Bedeutung für die Bauwirtschaft

Die vom Europäischen Parlament am 16. Dezember 2025 beschlossenen Änderungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) und zu den unternehmerischen Sorgfaltspflichten (CSDDD) bringen spürbare Entlastungen für viele Unternehmen – und damit auch für große Teile der Bauwirtschaft. Die neuen Regelungen reduzieren den administrativen Aufwand deutlich und begrenzen das Risiko, dass große Auftraggeber Berichtspflichten an kleinere Partner weiterreichen.
Für die Bauwirtschaft besonders relevant ist die Anhebung der Schwellenwerte: Künftig müssen nur Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und einem Nettojahresumsatz von über 450 Millionen Euro Nachhaltigkeitsberichte erstellen. Kleinere Unternehmen – also praktisch der überwiegende Teil der mittelständisch geprägten Branche – werden ausdrücklich davor geschützt, dass ihnen größere Marktpartner zusätzliche Berichtspflichten auferlegen.
Auch die geplanten Erleichterungen bei der Sorgfaltspflicht sind für Bauunternehmen von Bedeutung. Die Pflicht zur umfassenden Due-Diligence gilt künftig nur noch für sehr große Konzerne mit über 5.000 Beschäftigten und mehr als 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz. Damit sinkt der Druck auf die Lieferketten spürbar, was insbesondere für kleinere und mittlere Bauzulieferer eine wichtige Entlastung darstellt, da sie seltener für umfangreiche Datenanforderungen herangezogen werden.
Zudem wird die branchenspezifische Berichterstattung freiwillig, und die EU-Kommission richtet ein digitales Portal ein, das Vorlagen und Leitfäden bereitstellt. Damit sollen Berichtsprozesse für betroffene Unternehmen effizienter und klarer strukturiert werden – ein Vorteil auch für große Bauunternehmen, die weiterhin berichtspflichtig bleiben.
Aus Sicht vieler Akteure der Bauwirtschaft ist die Entscheidung des Parlaments ein Schritt in Richtung praktikablerer Nachhaltigkeitsregulierung. Gerade in einer Branche, in der viele kleine und mittelgroße Unternehmen eng miteinander vernetzt sind, ist die Begrenzung des sogenannten Trickle‑Down‑Effekts entscheidend wichtig. Durch die nun beschlossenen Schwellenwerte können sich kleinere Betriebe wieder stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, ohne zusätzliche Bürokratie befürchten zu müssen.
Für große Marktakteure der Bauwirtschaft bleibt Nachhaltigkeit weiterhin ein strategisch wichtiges Thema. Die vereinfachten Vorgaben schaffen jedoch klarere Rahmenbedingungen und reduzieren Komplexität – ein Impuls, der Investitionen in nachhaltige Bauprozesse eher fördert als behindert.
Insgesamt stärken die neuen EU‑Regeln damit sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Planungssicherheit innerhalb der Bauwirtschaft, aber weiterreichende Nachhaltigkeitsziele bleiben teilweise auf der Strecke.
Einfachere Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sorgfaltspflicht für Unternehmen
Europäisches Parlament 2025

