WWF-Studie zeigt enormes Umweltschutzpotenzial auf
Die von der von der Hochschule Mittweida erstellte WWF-Kurzstudie zeigt auf, wie groß das ökologische Potenzial eines bundesweiten Rechts auf Wohnungstausch ist. Während über 52 % der Miethaushalte in Deutschland in unterbelegten Wohnungen leben, sind mehr als 21 % überbelegt. Neubau wird oft als Lösung gesehen, verursacht jedoch enorme Umweltkosten: Rund 35 % des Endenergieverbrauchs und 30 % der Treibhausgasemissionen entfallen auf Bau und Betrieb von Gebäuden.
Ein gesetzlich verankerter Wohnungstausch könnte diese Probleme entschärfen. Die Studie beziffert das Potenzial auf bis zu 11,5 Mio. m² Wohnfläche pro Jahr – das entspricht rund 131.500 Wohnungen, die nicht neu gebaut werden müssten. Damit würden jährlich bis zu 9,5 Mio. t CO₂ eingespart, was fast 10 % der Emissionen des Gebäudesektors ausmacht. Auch beim Flächenverbrauch ergeben sich enorme Vorteile: Bis zu 19,9 Mio. m² Siedlungs- und Verkehrsfläche könnten jährlich eingespart werden, was einem Beitrag von 5,45 ha pro Tag zur Erreichung des 30-Hektar-Ziels der Bundesregierung entspricht.
Neben der CO₂-Reduktion spart Wohnungstausch wertvolle Ressourcen: Rund 38 Mio. T Baumaterial und 1,5 Mio. Megawattstunden Energie würden jährlich nicht benötigt. Die soziale Komponente ist ebenso überzeugend: Laut WWF-Umfrage sind 65 % der Mieterinnen und Mieter bereit, ihre Wohnung zu tauschen, wenn ein passendes Angebot vorliegt. Ein Praxisbeispiel verdeutlicht die Vorteile: Ein Paar, das bisher in einer 103 m² großen Wohnung lebt, tauscht mit einer vierköpfigen Familie aus einer 58 m²-Wohnung.
Ergebnis: Der Neubau von 45 m² entfällt, 52 t CO₂ und 135 t Baumaterial werden eingespart, und das Paar reduziert seine Mietkosten um 465 Euro pro Monat.
Die Studie kommt zu dem Schluss: Wohnungstausch ist ein sozial gerechtes, ökologisch wirksames und ökonomisch sinnvolles Instrument. Der WWF fordert daher ein bundesweites Recht auf Wohnungstausch, um diese Potenziale zu heben und die Transformation des Wohnungsmarktes nachhaltig zu gestalten.
Umweltschutzpotenzial durch Mietwohnungstausch in Deutschland
Kurzstudie
Hochschule Mittweida (2025)


