Holzhochhäuser als Wegbereiter für nachhaltiges Bauen? 

DBU fördert Projekt roots in der Hafencity 

Holz gilt als ein vielversprechender Baustoff für die Gebäude der Zukunft. Als nachwachsender Rohstoff bietet Holz nicht nur ökologische Vorteile, sondern eröffnet auch neue technische und wirtschaftliche Perspektiven für den urbanen Wohnungsbau. Ein aktuelles Beispiel ist das Hochhaus roots in der Hamburger Hafencity: Mit einer Höhe von rund 64 m und 128 Wohnungen setzt es Maßstäbe für den modernen Holzbau. 

Klimafreundliche Alternative zu Beton 

Die Bauindustrie steht vor der Herausforderung, den CO₂-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Zement – ein zentraler Bestandteil von Beton – verursacht etwa 8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Holz hingegen bindet CO₂ und kann bei nachhaltiger Bewirtschaftung erheblich zur Klimabilanz beitragen. Selbst hybride Konstruktionen aus Holz und Stahlbeton ermöglichen laut Berechnungen Einsparungen von über 30 % gegenüber konventionellen Bauweisen. 

Technische Innovationen und modulare Bauweise 

Die Modulbauweise reduziert die Bauzeit deutlich und ermöglicht gleichzeitig eine Wiederverwendung der Ressourcen, sollte das Gebäude je wieder abgebaut werden.
Quelle: GARBE Urban Real Estate Germany GmbH & Co  

Das Projekt roots zeigt, dass Holzbau auch im Hochhaussegment realisierbar ist. Tragende Elemente bestehen vollständig aus Holz, ergänzt durch einen Stahlbetonkern für den Brandschutz. Die modulare Bauweise erlaubt eine deutliche Verkürzung der Bauzeit und erleichtert späteren Rückbau sowie Recycling der Materialien. Aufgrund des geringeren Eigengewichts eignen sich Holzhochhäuser zudem für Grundstücke mit eingeschränkter Tragfähigkeit – ein entscheidender Vorteil in verdichteten Stadtgebieten. 

Sicherheit und Schallschutz  

Die Entwicklung erforderte umfangreiche Forschung zu Brandschutz und Akustik. Durch optimierte Konstruktionen und Abstimmungen mit den Behörden konnten Lösungen erarbeitet werden, die künftig als Standard für vergleichbare Projekte dienen. So wurde die Feuerbeständigkeit des Tragwerks über die bauordnungsrechtlichen Anforderungen hinaus nachgewiesen. 

Perspektiven für die Branche 

Das Hamburger Hochhaus ist mehr als ein Einzelprojekt: Es liefert Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Holzbaus und zeigt, wie nachhaltiger Wohnraum schnell und effizient geschaffen werden kann. Mit optimierten Modulen, hoher Recyclingfähigkeit und einer positiven Klimabilanz bietet Holz eine zukunftsfähige Alternative für den urbanen Wohnungsbau. 

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