Das neue Leben eines alten DDR-Ambulatorium
Entlang des Mittelgangs reiht sich auf beiden Seiten ein Behandlungszimmer ans nächste. Zu DDR-Zeiten diente der Ende der 50er-Jahre errichtete langgezogene Ziegelsteinbau in Vellahn (Mecklenburg-Vorpommern) als Ambulatorium, um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen.
Heute beherbergt das denkmalgeschützte Bauwerk neun moderne Wohnungen im Standard eines KfW-Effizienzhauses 100. Die Sanierung ist geprägt von viel Liebe zum Detail – vielleicht auch deswegen, weil der Bauherr im Ambulatorium zur Welt kam.
Die regionaltypische Ziegelsteinfassade blieb dank einer Holzfaser-Innendämmung originalgetreu erhalten. Das entscheidende Argument für das Dämmsystem: die Fähigkeit von Holzfasern, Feuchtigkeit abzuleiten. Am Nordgiebel des Gebäudes, der immer wieder starkem Schlagregen ausgesetzt ist, war das besonders wichtig.
Circa 500 m² Dämmplatten in einer Stärke von 10 cm wurden entlang der 36,5 cm dicken Außenwände verbaut. Im Vorfeld wurden Tapeten und Putz entfernt und Schäden im Mauerwerk grob verspachtelt. Denn die Holzweichfaser-Platten sind zur Wandseite hin elastisch und können Unebenheiten von bis zu 2 cm ausgleichen. Beim Andübeln verankern sich Widerhaken im Dämmstoff und pressen so die Holzfasern unter Aufnahme hoher Zugkräfte gegen die Wand. Das verhindert Kältebrücken. Auf der harten, glatten Rückseite der Platten wurde ein Kalkfeinputz aufgebracht.
Der U-Wert der Mauer samt Dämmung beträgt nach der Sanierung 0,318 W/(m²·K). Für den Altbau ist das ein sehr guter Wert, der fast dem eines modernen Gebäudes entspricht. Das sorgt für Behaglichkeit und spart Energie. Zum Energiekonzept gehören neben dreifach verglasten Fenstern auch eine Holzpellet-Anlage für Heizung und Warmwasser sowie eine raumweise steuerbare Fußbodenheizung.




