Finalist der DGNB Sustainability Challenge 2025 „Startup”
Die Transformation des Gebäudebestands ist eine zentrale Aufgabe für die Klimaziele im Bausektor. Gerade Gewerbeimmobilien stehen dabei im Fokus: Ab 2030 gilt für die energetisch schlechtesten 15 % der Nichtwohngebäude eine Sanierungspflicht. Viele Eigentümer:innen sehen sich jedoch mit fehlendem Kapital, begrenzten Ressourcen und komplexer Regulierung konfrontiert.
Die 2023 gegründete re-green GmbH hat dafür einen pragmatischen Ansatz entwickelt: ein Energie-Container, der neben dem Gebäude aufgestellt wird und alle Funktionen für eine CO₂-freie Wärme- und Stromversorgung übernimmt. Im Container befinden sich vorgefertigte Wärmepumpen, Pufferspeicher und ein Energiemanagementsystem. Außen ist er mit Holz verkleidet und begrünt, sodass er sich harmonisch in die Umgebung einfügt. Je nach Bedarf wird eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes installiert und eine Ladeinfrastruktur für Automobile geschaffen.
Das Modell funktioniert über sogenanntes Contracting: Eigentümer:innen investieren kein Eigenkapital, sondern schließen langfristige Energieverträge ab. Für Strom und Wärme zahlen sie rund 30 % weniger als marktüblich. Auf diese Weise refinanziert sich die Technik selbst. Planung, Bau und Betrieb übernimmt vollständig re-green – von der digitalen Auslegung über die Errichtung bis hin zur laufenden Wartung.
Aus der Praxis: Entwicklungszentrum Infineon in Duisburg
Ein Beispiel ist das Entwicklungszentrum Infineon: Dort wurde eine Gasheizung durch eine bivalente Wärmepumpenkaskade ersetzt, ergänzt um eine Photovoltaik-Anlage mit 245 Kilowatt Leistung und ein Energiemanagementsystem. Das Ergebnis: 90 % weniger CO₂-Ausstoß, eine BREEAM-Zertifizierung und deutlich gesunkene Energiekosten für die Nutzer.
Industrieller Ansatz für Skalierbarkeit
Der Container-Ansatz ist auf Serienfertigung ausgelegt. In Zusammenarbeit mit einem Containerbauer aus Bayern, ehemals Partner des Wärmepumpen-Weltmarktführers Daikin, wird die Technik standardisiert produziert. Dadurch lassen sich Projekte innerhalb weniger Monate realisieren. Durch die Vorfertigung sinkt auch der Fachkräftebedarf, der derzeit ein wesentliches Hindernis für ESG-Sanierungen darstellt.
Markt- und Regulatorik-Kontext
Die Nachfrage nach ESG-konformen Immobilien steigt stark. Laut Marktanalysen sind bereits über 70 % der institutionellen Investments in Deutschland auf grüne Gebäude ausgerichtet. Gleichzeitig drohen fossilen Objekten Wertverluste von bis zu 20 %. Mit der EU-Taxonomie und den Vorgaben der Europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) werden Sanierungen nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch zwingend. re-green adressiert diesen Markt mit einem Modell, das sowohl Eigentümer:innen ohne ESG-Abteilung als auch große Asset-Manager:innen überzeugt.
Nutzen für Eigentümer:innen und Mieter:innen
Eigentümer:innen profitieren durch eine Wertsteigerung, regulatorische Sicherheit und niedrigere Finanzierungskosten. Mieter:innen erhalten Zugang zu bezahlbarer grüner Energie, was die Attraktivität von Bestandsimmobilien erhöht. Durch ein digitales Energiemanagementsystem werden Verbrauch und Kosten transparent, was zusätzliche Effizienzgewinne ermöglicht.
Damit zeigt re-green, dass Klimaschutz im Bestand nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist.
Mehr Informationen unter: www.re-green.tech