Neue Erkenntnisse zur Rolle organischer Substanz in Waldböden
Eine aktuelle Studie der Arbeitsgruppe Axel Don am Thünen-Institut zeigt: Die Menge an organischer Substanz, die in den Boden gelangt, ist entscheidend für die Kohlenstoffspeicherung. In einem vierjährigen Feldexperiment mit unterschiedlichen Mengen an vorzersetzter Buchenstreu in Ober- und Unterböden wurde untersucht, wie sich die Zufuhr auf die Stabilisierung von Bodenkohlenstoff auswirkt. Das Ergebnis: Die Effizienz der Bildung stabiler Kohlenstofffraktionen bleibt unabhängig von der Dosis konstant, aber je mehr Biomasse eingebracht wird, desto mehr Kohlenstoff wird insgesamt gebunden.
Etwa 75 % der eingebrachten Streu wurden innerhalb eines Jahres mineralisiert, dennoch führte jede zusätzliche Menge zu einem linearen Anstieg der Kohlenstoffvorräte. Besonders deutlich wird: Es gibt keine „Sättigung“ der Speicherfähigkeit – die Böden können große Mengen an organischer Substanz aufnehmen und in stabile Formen überführen. Damit wird die verbreitete Annahme widerlegt, dass mehr Biomasse im Wald zwangsläufig klimaschädlich sei. Im Gegenteil: Ein erheblicher Teil des Kohlenstoffs aus Blättern, Holz und Wurzeln wird langfristig unterirdisch gebunden.
Die Studie unterstreicht die zentrale Aussage: „The more, the better.“ Mehr organische Substanz bedeutet mehr Bodenkohlenstoff – ein entscheidender Hebel für Klimaschutz und Bodenfruchtbarkeit.


