Hamburg gründet eigene Materialprüfinstitution 

Durchbruch beim Recycling auf dem Bau 

Aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach der Wiederverwendung von Bauteilen und dem Einsatz von Recyclingbaustoffen auf dem Bausektor, hat Hamburg eine eigenständige Materialprüfinstitution gegründet. Diese soll die Sicherheits- und Qualitätsanforderung eingesetzter Materialien prüfen und damit die Wiederverwendung und das Recycling von Baumaterialien einfacher machen. Bislang fehlt eine solche einheitliche Prüfstelle. 

Eine eigenständige Materialprüfinstitution erleichtert die Genehmigungsprozesse, schafft Markttransparenz, sorgt für Sicherheit und Verlässlichkeit in Planung und Bauausführung und führt am Ende zu mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung. Getragen wird das Vorhaben von den drei Hamburger Wissenseinrichtungen – Tutech Innovation GmbH (Projektmanagement), der Technischen Universität Hamburg (TU Hamburg) und der HafenCity Universität Hamburg (HCU) – sowie von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg (BSW). 

Das Bauwesen gehört zu den ressourcen-, energie- und abfallintensivsten Branchen. In der Wiederverwendung von Materialien liegt daher ein enormes Potential für den Klima- und Ressourcenschutz. Bei der Wiederverwendung von Bauteilen und dem Einsatz von Recyclingbaustoffen bedarf es jedoch geprüfter Sicherheits- und Qualitätsanforderungen, um sicher und zügig mit recycelten Materialien planen, genehmigen und bauen zu können. Mit einer eigenen Prüfstelle will Hamburg nun den Einsatz recycelter Bauteile und Baustoffe erheblich erleichtern und weiter vorantreiben. 

Zu den Aufgaben der neuen Materialprüfinstitution gehören beispielsweise Prüfungen der Tragfähigkeit und Qualität von Baustoffen sowie die grundsätzliche Wiederverwendungsfähigkeit und Eignung gebrauchter Bauteile. Es geht um die Beständigkeit recycelter Materialien gegen Umwelteinflüsse ebenso wie um Nachweise der Umweltverträglichkeit. Um die Rechtssicherheit zu erhöhen, werden unter anderem rechtssichere Prüfberichte und Empfehlungen zur Verwendung erstellt. Nach erfolgreichem Abschluss der dreijährigen Pilotphase, die von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mit 1,6 Mio. Euro unterstützt wird, sind die Verstetigung und eine Verankerung der Institution in Hamburg vorgesehen, verbunden mit einem weiteren Ausbau der Kapazitäten und Dienstleistungen. 

Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Die im Bausektor verwendeten Ressourcen sind zu wertvoll, um sie zu verbrauchen. Durch die Wiederverwendung von Bauteilen und den Einsatz von Recyclingbaustoffen leistet die Bauwirtschaft einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und damit auch zur Erreichung der Hamburger Klimaziele. Dafür braucht es jedoch verlässliche Rahmenbedingungen. Wir helfen beim Aufbau einer Materialprüfinstitution für nachhaltiges Bauen in Hamburg mit 1,6 Mio. Euro, damit Bauunternehmen, Planerinnen und Planer sowie Projektentwickler eine klare Orientierung und geprüfte Qualität beim Materialeinsatz erhalten. Gemeinsam mit der Tutech, der TU Hamburg und der HCU unterstützen und beschleunigen wir somit die Transformation hin zu klimafreundlichem, ressourcenschonendem Bauen.“ 

 

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