Erste Testbetone zeigen gute Leistungsfähigkeit

Das österreichische Forschungsprojekt BitKOIN arbeitet seit 2023 daran, Mineralwolleabfälle so aufzubereiten, dass sie als nachhaltiger Ersatz für klassischen Hüttensand in der Zementproduktion eingesetzt werden können. Der Ansatz: Aus den Abfällen soll ein neuartiger Hüttensand 2.0 entstehen, der mithilfe ergänzender sekundärer Rohstoffe zu einer hochwertigen Bindemittelkomponente verarbeitet wird. Im Technikumsmaßstab ist die Herstellung bereits mehrfach gelungen, und erste Testbetone übertreffen die Erwartungen der beteiligten Forschungsteams.
Die Aufbereitung der Mineralwolleabfälle umfasst mehrere Prozessschritte: eine mechanische Vorbehandlung, die Konditionierung mit kalziumreichen Stoffen sowie das Schmelzen, Granulieren und Mahlen des Materials. Der so erzeugte Ersatzrohstoff wurde anschließend für die Produktion verschiedener Zementsorten genutzt und zu Beton der Klasse B2 weiterverarbeitet. In umfangreichen Laborprüfungen zeigten einige der hergestellten Betone ein Leistungsniveau, das den Referenzbeton auf Basis herkömmlichen Hüttensands sogar übertraf.
„Nach aktuellem Stand können wir uns über zwei positive Ergebnisse freuen“, sagt BitKOIN-Projektleiterin Dr. Theresa Sattler. „Zum einen über einen Hüttensandersatz, der dem Original bei bestimmten gewünschten Eigenschaften in der bisherigen Performance sogar überlegen ist, zum anderen, dass wir durch unser Verfahren sowohl die Gefährlichkeit von Mineralwolleabfällen minimieren als auch eine neue Kreislaufwirtschaft etablieren können.“
Als nächster Schritt ist ein Großversuch geplant, bei dem mehrere hundert Kilogramm Mineralwolleabfälle verarbeitet werden sollen, um größere Materialmengen des Hüttensand 2.0 zu erzeugen. Parallel wird eine ökologische Bewertung des neuen Materials über den gesamten Lebenszyklus durchgeführt. Diese soll unter anderem Aufschluss über das Treibhauspotenzial und weitere Umweltwirkungen geben und damit ein umfassendes Bild der ökologischen Auswirkungen ermöglichen.

