WWF-Hintergrundpapier Circular Economy im Gebäudesektor

Dem Gebäudesektor kommt mit seinem hohen Ressourceneinsatz, Flächenbedarf, Energieverbrauch und hohen Abfallmengen sowohl in der Herstellungs- und Bau- als auch in der Nutzungsphase eine bedeutende Rolle im Klima- und Ressourcenschutz sowie im Schutz unserer Ökosysteme zu.

In Deutschland steht der Gebäudesektor vor großen Herausforderungen. Einerseits gibt es einen Bedarf an Wohnungen, der u. a. durch den Neubau von jährlich 400.000 Wohnungen gedeckt werden soll. Zugleich muss der Gebäudebestand aus Gründen der Energieeinsparungen weitreichend saniert werden. Laut Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) muss der Gebäudesektor seine Gesamtemissionen bis 2030 auf 67 Mio. t CO2-Äquivalente/Jahr halbieren; gleichzeitig erhöht die EU die Vorgaben zur Nachhaltigkeitsperformance, Energieeffizienz und Finanzierbarkeit von Gebäuden stetig.

Die Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Hebel, den Sektor nachhaltig umzugestalten und ein Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen zu ermöglichen. Berechnungen zeigen, dass eine Bauweise, die Klima- und Ressourcenschutz maßgeblich berücksichtigt, bspw. bei Mehrfamilienhäusern zur Reduktion der Treibhausgasemissionen von etwa 37 % gegenüber einer herkömmlichen Bauweise beiträgt. Durch Renovierung und Bestandserhalt können sogar noch mehr Ressourcen eingespart werden.

Projizierter Trend der Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus von Gebäuden hinsichtlich Umfang und Aufteilung
Quelle: WWF Deutschland

Das neue WWF-Hintergrundpapier Circular Economy im Gebäudesektor analysiert den aktuellen Stand des Gebäudesektors und präsentiert Stellschrauben einer Circular Economy zum Schutz von Klima, Natur und Ressourcen. Daran knüpfen sich Forderungen zur Transformation des Gebäudesektors. Der WWF fordert politische Maßnahmen zur Erhaltung und Sanierung des Gebäudebestands, zur zirkulären Konzeption des Neubaus von Beginn an, zur Förderung der Wiederverwendung auf allen Ebenen des Gebäudesektors und zur Nutzung von öffentlichen Gebäuden und Beschaffung als zentrale Hebel. Die Studie prüft die rechtliche Umsetzbarkeit der Maßnahmen, die Zuständigkeit der Legislativorgane auf Bundes-, Landes und Kommunalebene und erarbeitet Vorschläge zum gesetzlichen Änderungsbedarf. Dieses Papier enthält einen Überblick über die Bewertung und kommt zu dem Schluss: Entscheidende gesetzliche Änderungen sind alle kurz- bis mittelfristig machbar.


Hintergrundpapier Circular Economy im Gebäudesektor Zirkuläre Maßnahmen im Bestand und Neubau zum Schutz von Klima- und Ökosystemen ergreifen
WWF Deutschland (Hrsg.), Nov. 2022
www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Unternehmen/Hintergrundpapier-Circular-Economy-im-Gebaeudesektor.pdf

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