Der Change Code

Wie Menschen sich für Veränderungen begeistern und Unternehmen damit gewinnen

Wieder so ein Buch zu irgendwelchen Change-Programmen? Das könnte man in der Tat denken, Management-Literatur gibt es schließlich genug. Der Change Code ist anders, handhabbar im Umfang, wirklich fokussiert auf dieses eine Thema, lebendig geschrieben mit vielen Industrie-Beispielen, mit herausgestellten Kernaussagen sowie kapitelweise Essenz für Querleser. Dabei will man das eigentlich gar nicht querlesen, aber auch zum Rekapitulieren und Verinnerlichen ist das praktisch. Und im Kopf ist gerade die Bauwende, die Transformation des Bau- und Immobiliensektors hin zu Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und Klimaschutz.

Das sind nun genug Vorschusslorbeeren, also Butter bei die Fische: Im ersten Teil wird der Change Burnout plastisch beschrieben; das, was so oft nicht klappt in vielen Firmen mit den diversen Veränderungsvorhaben und der daraus resultierenden allgemeinen Frustration genau darüber. In 13 Schritten wird beschrieben, wie das Scheitern von Change-Programmen am besten funktioniert, von abstrakten Zielen über mangelnde Kommunikation bis Lösungen überstülpen. Weil vieles davon leider vertraut vorkommt, wird das Problem somit sehr deutlich. Veränderungen brauchen positive Emotionen wie Vertrauen und Begeisterung, an denen es oft fehlt.

Im zweiten Teil wird dazu der Change Code als Lösung präsentiert. Das ist keine endlose, kryptische Liste, das sind eigentlich nur drei Themen, die beherzt angegangen werden sollten: eine verstehbare Veränderungsstrategie, ein klares Führungsverhalten und die Berücksichtigung der emotionalen Seite. Der Nutzen, so heißt es, ist die einzige Legitimation für Veränderungen. Die Strategie dazu muss sinnhaft, verstehbar und handhabbar sein, damit wir positiv darauf reagieren. Die meisten Menschen sind recht feinfühlig dafür, wenn Wort und Tat nicht übereinstimmen. Umso wichtiger ist es, dass die Protagonisten für den Wandel Einigkeit und Glaubwürdigkeit nicht nur ausstrahlen, sondern überzeugend vorleben. Aber das Allerwichtigste ist: „Fakten führen zum Denken, Gefühle führen zum Handeln.“ Wenn Transformation gelingen soll, gibt es nur einen Weg – die konsequente Fokussierung auf das, was Menschen brauchen, um sich für Wandel zu begeistern.

Im dritten Teil geht es dann darum, das Neue, die Veränderung durch fortgesetztes Wiederholen neuer Muster zum neuen Normal, zur neuen Kultur zu machen. Die drei Hebel des Change Code sind überraschend einfach zu bedienen – vorausgesetzt, man lässt sich wirklich konsequent darauf ein. Mit einer verstehbaren Strategie und klarer Führung, die „einfach“ ein gutes Gefühl vermitteln, gelingt auch die Megaaufgabe der Bauwende.


Der Change Code

Wie Menschen sich für Veränderungen begeistern und Unternehmen damit gewinnen
Dieter Lederer (2022)
www.dieter-lederer.com
Weinheim: Wiley Verlag.
272 S., Hardcover, 24,99 Euro

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