Ressourcen- und Materialpässe – wie die Anwendung zum Mehrwert wird

Erfahrungen aus acht Jahren Entwicklung und Anwendung

Um den Materialkreislauf im Bau- und Immobiliensektor zu fördern, stellt EPEA die erste detaillierte Analyse von Gebäudematerialpässen auf nationaler Ebene vor. Diese Analysen zeigen, welche Rohstoffe in welcher Menge in einem Gebäude enthalten sind. Es ist auch wichtig zu wissen, woher diese Materialien stammen und ob sie in Zukunft wieder in hochwertige Kreisläufe zurückgeführt werden können.

Seit acht Jahren erstellt EPEA unter dem Namen Circularity Passport Buildings Materialpässe für alle Arten von Gebäuden. Die Idee entwickelte sich 2015 aus dem EU-Forschungsprojekt BAMB (Buildings As Material Banks). Seitdem wurden über 100 Ressourcenpässe von der Planung bis zur Fertigstellung im Detail erstellt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Seit 2021 werden alle Ökobilanzen und Circularity Passports in einer internen Datenbank gespeichert. In einer Studie wurden nun rd. 50 davon ausgewertet und daraus wichtige Erkenntnisse für den bundesweiten Einsatz abgeleitet. Diese Informationen sind nicht nur für die Dokumentation hilfreich, sondern auch entscheidend für eine umweltfreundliche Planung. Durch die enge Kooperation mit der Madaster-Plattform lassen sich die am Markt verfügbaren Modelle harmonisieren und der finanzielle Wert ermitteln.

Ein Gebäude wird als hoch eingestuft, wenn die Materialien aus erneuerbaren oder recycelten Quellen stammen. Zusätzlich bewertet der Materialpass den CO2-Fußabdruck, die Umweltbilanz und weitere Kategorien wie Materialarten und -mengen, Schadstoffgehalt, Recyclingfähigkeit, Trennbarkeit der Materialien sowie Demontierbarkeit der Bauteile.

Die Baubranche produziert den meisten Müll in den Industrieländern. Ein anstehendes europäisches Gesetz könnte die Etablierung von Materialkreisläufen und eines digitalen Materialausweises erfordern. Bei der Gebäudeplanung müssten Materialien dann erstmals unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenschonung und Kreislauffähigkeit sorgfältig ausgewählt werden. Durch die Verwendung messbarer Kennwerte haben Planungsteams die Möglichkeit, ihre Gebäude hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft zu optimieren. Dies kommt einer echten Kreislaufwirtschaft nach dem Cradle-to-Cradle-Designkonzept zugute.


Ressourcen- und Materialpässe als zentrale Zukunftsinstrumente der Baubranche und wie deren Anwendung zum Mehrwert wird
Erfahrungen aus acht Jahren Entwicklung und Anwendung
EPEA – Part of Drees & Sommer
Pascal Keppler, Fenja Kamps, Peter Mösle
https://www.dreso.com/de/dossier-bauindustrie-im-abfall-dilemma/download-dossier

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