revitalyze: All-in-one-Plattform für Wiederverwendung

Digitale Erfassung, Kategorisierung und Vermittlung von Bauteilen

Das Innsbrucker Start-up revitalyze entwickelt einen One-Stop-Shop für die Wiederverwendung von kreislauffähigen Bauteilen. Denn zwei Drittel des heimischen Abfallaufkommens entfallen laut einem Bericht des Umweltbundesamts auf den Bausektor. Zudem zählt die Bauindustrie zu den CO2-intensivsten Industrien weltweit. Laut dem UN Global Status Report ist der Bau- und Gebäudesektor für rd. 38 % des globalen CO2-Aufkommens verantwortlich.

Um dem Problem der Ressourcenverschwendung entgegenzuwirken, wurden in den letzten Jahren zahlreiche Start-ups gegründet, die sich mit dem Thema des kreislauffähigen Bauens beschäftigten. Ein noch recht junges Start-up in diesem Bereich ist revitalyze, das von David Plaseller aus Südtirol und Patrick Gössl aus Tirol gegründet wurde und seinen Sitz in Innsbruck hat.

Plattform für Materialspender & Materialverwender

Gemeinsam entwickeln die beiden Gründer eine Plattform für kreislauffähiges Bauen, die auf zwei Säulen basiert. „Auf der einen Seite digitalisieren wir den Gebäudebestand und erfassen kreislauffähige Bauteile in unserem System, auf der anderen Seite vermitteln wir die Bauteile über einen Marktplatz“, so Plaseller über das Konzept der Plattform.

Im Zuge der Digitalisierung der Gebäude werden alle Bauteile und Materialien im Gebäude nach Zustand, Rückbaubarkeit, Maße und Position klassifiziert. „Wir berechnen den CO2-Fußabdruck und schaffen die Grundvoraussetzung eines erfolgreichen Rückbaus“, so Plaseller. Am Ende erhalten Kund:innen einen Bauteilkatalog und Überblick über den potenziellen Verkaufswert der Materialien. Auf der Seite der Materialspender möchte das Start-up künftig Projektentwickler, Kommunen sowie Unternehmen im Hoch- und Tiefbau ansprechen.

Jene Bauteile, die nicht direkt wiederverwendet oder entsorgt werden, können über einen Marktplatz zum Verkauf angeboten werden. Auf der Materialverwenderseite sollen so insbesondere Architekturbüros, Designer sowie Unternehmen im Bereich Baustoff- und Betonherstellung und Recycling angesprochen werden.

Erste Pilotkunden, Förderungen & Preise für revitalyze

Derzeit zählt das Start-up drei erste Pilotkunden, um den Prototyp der Plattform zu testen. Die Entwicklung finanzierten Plaseller und Gössl bislang über Förderungen und Preisgelder. Unter anderem wird revitalyze von der Initiative Startup.Tirol unterstützt. Zudem gewannen die Gründer 2023 den Josef Umdasch Research Prize und hatten dadurch die Möglichkeit, revitalyze beim World Global Congress 2023 vorzustellen.


revitalyze
Start-up Unternehmung in Vorgründungsphase
zukünftiger Geschäftssitz: 6020 Innsbruck (A)
www.revitalyze.io

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