Recyclingbeton für Hamburger Grundschule

Beim dreigeschossigen Erweiterungsbau einer Grundschule in Hamburg-Eilbek kommt erstmals ein in Hamburg entwickelter Recyclingbeton zum Einsatz, die sog. Hamburger Mische. Schulsenatorin Ksenija Bekeris und Mandy Herrmann, Geschäftsführerin von SBH | Schulbau Hamburg, feierten gemeinsam mit der Schulgemeinschaft das Richtfest.

Der rd. 1350 m² große Neubau entsteht zwischen dem bestehenden Hauptgebäude und einer Sporthalle und schließt so eine Lücke des Gebäudeensembles. Das dreigeschossige Gebäude ist für die Bedarfe sowie das Lernkonzept der Schulgemeinschaft entworfen worden und wird zukünftig neben großzügigen Lernflächen und modernen Fachunterrichtsräumen auch einen voll ausgestatteten Bewegungsraum sowie ein Kinderkochstudio beherbergen. Das Gebäude ist vollständig barrierefrei und erhält ein rd. 470 m² großes Gründach inkl. einer Photovoltaikanlage. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2024 anvisiert.

Erstmals im Hamburger Schulbau eingesetzt wurde die Hamburger Mische, ein besonders ressourcenschonender Recyclingbeton, welcher im Rahmen des von der EU geförderten Forschungsprojekts CIRCuIT von drei Hamburger Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Hamburg entwickelt worden ist. Das Projekt wurde seitens der Senatskanzlei gemeinsam mit den Städten London, Kopenhagen und der Metropolregion Helsinki und insgesamt 31 Projektpartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft für viereinhalb Jahre bis November 2023 betrieben. Der Forschungsfokus des Projekts lag auf der Transformation von Bestandsbauten, der flexiblen Errichtung von Neubauten und der Stadt als Ressourcenlager für Baumaterialien (Urban Mining). Das EU-Projekt CIRCuIT hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Kluft zwischen Theorie, Praxis und Politik zu überbrücken. In Hamburg haben neben der Senatskanzlei die Technische Universität Hamburg (TUHH) und die drei Hamburger Unternehmen OTTO DÖRNER, EGGERS Tiefbau und OTTO WULFF an dem EU-Projekt CIRCuIT mitgearbeitet. Letztere haben gemeinsam den Recyclingbeton Hamburger Mische entwickelt, der durch die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen zertifiziert wurde und nun im Schulneubau an der Richardstraße erstmalig zum Einsatz kommt.

Schulsenatorin Ksenija Bekeris: „Mit Blick auf die sich verschärfende Erderwärmung haben auch wir als Stadt die Pflicht, möglichst ressourcenschonend zu bauen und auf kurze Wege zu achten. Ich freue mich daher sehr, dass verschiedene Hamburger Partner hier innovative Wege hin zu mehr Nachhaltigkeit im Bau gehen. Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei allen beteiligten Akteuren, die bei der Entwicklung der Hamburger Mische mitgewirkt haben.“

Durch Pilotprojekte wie dieses treiben wir den Kreislaufgedanken in der Bauwirtschaft effektiv voran

Karen Pein
Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen

Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Trotz Beton ressourcenschonender bauen: Dieses Ziel will die Stadt Hamburg gemeinsam mit der Bauwirtschaft und der Forschung erreichen. Mit der Hamburger Mische wurde ein zukunftsfähiger Recyclingbeton entwickelt, der ähnliche Eigenschaften wie konventioneller Beton hat, dabei aber erheblich klimafreundlicher ist. Ich freue mich darüber hinaus, dass die Hamburger Mische erstmals bei einem Schulbau eingesetzt wird. Durch Pilotprojekte wie dieses treiben wir den Kreislaufgedanken in der Bauwirtschaft effektiv voran und sammeln wertvolle Erfahrungen für mehr Ressourcenschonung am Bau.“

Hans-Georg Oetgen, Geschäftsführer Eggers Sand- & Kieshandelsgesellschaft mbH & Co. KG: „Die Wiederverwertung beginnt schon auf der Abbruchbaustelle. Dort trennen wir bereits sämtliche Materialien, sortieren sie und gewährleisten damit ein hohes Maß an Qualität für das Rohmaterial, aus dem die spätere Körnung für den R-Beton gewonnen wird. Die Unternehmen arbeiten dabei Hand in Hand: Mittels Urban Mining hat der Tiefbau die Sekundärrohstoffe durch Rückbauarbeiten gewonnen, aus denen anschließend durch die Sand- & Kieshandelsgesellschaft in der Recyclinganlage in Wilstedt der Betonzuschlagstoff für den bauschutthaltigen R-Beton produziert wird.“

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