5. RC-Beton als neuer Standard? – Herausforderungen und Lösungsansätze
In unserer Themenreihe zu RC-Beton haben wir bisher dessen Definition und Historie, politische und rechtliche Rahmenbedingungen, Betontechnik und Regelwerke, die Ökobilanzierung sowie aktuelle Praxisbeispiele beleuchtet. Im fünften Teil unserer sechsteiligen Reihe geht es nun um die Herausforderungen, insbesondere aber auch Lösungsansätze im Hinblick auf einen standardisierten Einsatz von RC-Beton.
1 Einleitung
Ressourceneffizienz ist ein zentrales Thema der heutigen Bauwirtschaft. Allein durch materialsparendes Planen und Bauen kann der CO2-Abdruck eines Bauwerks um bis zu 50 % verringert werden [1]. Materialeinsparung (Suffizienz) bedeutet Kosteneinsparung in Hinblick auf Einkaufs- und Transportkosten [2]. Auch im Sinne der Ressourcenschonung ist das bereits in den 1990er-Jahren postulierte Konzept „Cradle to Cradle“ [3], das anstelle eines linearen Wirtschaftens auf geschlossene Stoffkreisläufe abzielt, von zentraler Bedeutung.
Ein Baustoff oder Bauteil sollte nicht nach einmaliger Nutzungsphase auf der Deponie landen, sondern auf möglichst gleichwertiger Ebene in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.
Entsprechend kreislauffähiges Planen und Bauen ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt, in der Praxis jedoch noch nicht etabliert. Die gute Nachricht ist: Mineralische Baustoffe werden aktuell bereits zu über 95 % wiederverwertet [4].

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
2 Herausforderungen und Lösungsansätze im standardisierten Einsatz von RC-Beton
2.1 Begrenzte Verfügbarkeit rezyklierter Gesteinskörnungen
Ein häufig unterschätzter Engpass beim Einsatz von RC-Beton ist die tatsächlich verfügbare Menge geeigneter rezyklierter Gesteinskörnungen. Der Stoffkreislauf für mineralische Bauabfälle ist nahezu geschlossen: Die stoffliche Verwertungsquote von mineralischen Bauabfällen in Deutschland liegt bei über 95 % [5]. Damit lassen sich aber nur 13 % des Primärrohstoffbedarfs decken, und wiederum davon findet nur ein Bruchteil als Zuschlagstoff für RC-Beton Verwendung. In Baden-Württemberg liegt der Anteil am Gesamtstrom derzeit bei unter 2 % [5]. Das liegt daran, dass es vielfältige Verwertungswege für Bau- und Abbruchabfälle gibt, die je nach Material, Infrastruktur und regionalem Bedarf Anwendung finden (Bild 1).
Der Anteil rezyklierter Gesteinskörnungen im RC-Beton lässt sich daher nur bedingt durch politische Vorgaben oder Förderprogramme steigern, da die tatsächlichen Stoffströme der limitierende Faktor sind.
Richtet man überdies den Blick in die Zukunft, lenkt die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie den Fokus zunehmend vom Abriss hin zum Erhalt und zur Weiternutzung bestehender Gebäude – mit der Folge, dass künftig weniger hochwertiges Abbruchmaterial anfällt [6].
Als Lösungsansatz rücken bislang wenig genutzte Quellen in den Fokus, etwa Gleisschotter oder Boden-Bauschutt-Gemische. Deren Einsatz setzt jedoch eine gezielte technische Aufbereitung voraus, etwa durch Nassklassierung oder gezielte Separierung unerwünschter Bestandteile. Damit dies wirtschaftlich tragfähig ist, braucht es geeignete Mengen und eine koordinierte Stoffstromlenkung – Herausforderungen, die nicht allein auf betrieblicher Ebene lösbar sind.
2.2 Regionalspezifische Verfügbarkeit und Stoffstromverzerrungen
Zusätzlich zur generellen Mengenverfügbarkeit stellt sich vielerorts das Problem der regionalen Verteilung: Mineralische Bauabfälle fallen ungleich verteilt an, und hochwertige RC-Gesteinskörnungen stehen oft nicht dort zur Verfügung, wo sie als RC-Beton sinnvoll eingesetzt werden könnten. Dieser Umstand führt zu einer problematischen Entwicklung: Die wenigen hochwertigen Fraktionen werden gezielt für den RC-Betoneinsatz „herausgepickt“, während der verbleibende Materialmix, insbesondere unter dem Regelwerk der Ersatzbaustoffverordnung, oft nicht mehr den technischen oder rechtlichen Anforderungen genügt [7, 8].
Ein solches selektives Rosinenpicken gefährdet die Verwertungsfähigkeit des gesamten Stoffstroms. In der Konsequenz steigt der Entsorgungsdruck auf die verbleibenden Fraktionen, mit möglichen negativen ökologischen und ökonomischen Effekten, etwa steigender Deponierung oder längeren Transportwegen. Auch deshalb können Rezyklateinsatzquoten im Hochbau, wie in der EU-Taxonomieverordnung festgelegt, kontraproduktiv wirken [7].
2.3 Logistik: Dezentrale Aufbereitungsanlagen im Stoffstrommanagement
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind neue Strategien für das Stoffstrommanagement gefragt. Dezentrale Aufbereitungsanlagen können dazu beitragen, Transportaufwände und Emissionen zu reduzieren, damit die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, regionale Versorgungslücken zu schließen und passende Verwertungswege zu erschließen [9]. Damit lassen sich CO₂-Emissionen senken, Kreisläufe regional schließen und Deponierungen vermeiden [7].
Vor allem kann dieser Ansatz eine einseitige Entnahme nur hochwertiger Fraktionen verhindern und die Qualität der verbleibenden Stoffströme stabilisieren. Gleichzeitig sinkt das Risiko, dass geringwertiges Material mangels regionaler Alternativen deponiert werden muss. Das fördert dezentrale Recyclingstrukturen und verbessert die Verfügbarkeit von RC-Beton-Zuschlägen vor Ort. Voraussetzung sind dezentrale Zwischenlager und schnelle Genehmigungen (Bild 2). So erschwert die Ersatzbaustoffverordnung dezentrale Lösungen durch restriktive Vorgaben zur Zwischenlagerung und Genehmigungspflicht: Zwischenlagerregelungen sieht die ErsatzbaustoffV bisher nur für Bodenmaterial vor, nicht aber für Recycling-Baustoffe [8, 10].

Quelle: ISTE, Bauwirtschaft BW
2.4 Rolle der Regulatorik: produktneutrale Ausschreibungen
Welches Material für RC-Beton in Frage kommt, ist vor allem eine regulatorische Frage. Hier gibt es nach wie vor zahlreiche Hürden. Um ganzheitliches Baustoffrecycling zu ermöglichen, braucht es umfassende Anpassungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen, wie in Artikel 2 und 3 unserer Serie ausführlich dargestellt, insbesondere die Harmonisierung der Rechtsbereiche.
Ein wesentlicher Lösungsansatz im Bereich der Regulatorik liegt in der produktneutralen Ausschreibung öffentlicher Bauvorhaben: Die öffentliche Hand als größter Bauherr Deutschlands sollte gezielt Anreize für den Einsatz von Recycling-Baustoffen und infolgedessen für RC-Beton setzen. Erste Schritte, wie die überarbeitete Beschaffungspolitik für Bundesbauten im Rahmen der „Allianz für nachhaltige Beschaffung“, weisen in die richtige Richtung. Entscheidend wird jedoch sein, dass Länder und Kommunen diesem Vorbild folgen und ein Diskriminierungsverbot für mineralische Rezyklate verankern und anwenden [9].
2.5 Von Ressourcenschonung zu Klimapotenzial
Der Klimaschutzbeitrag des Recyclings ergibt sich vor allem aus dem Potenzial der Rekarbonatisierung sowie dem Einsatz von Recyclingzement (R-Zement) und CO₂-reduziertem Zement. R-Zement ersetzt Klinker teilweise durch recycelte Zuschlagstoffe wie Betonbrechsand. Dadurch lassen sich die energieintensiven Zementherstellungsprozesse und die damit verbundenen CO₂-Emissionen deutlich senken. Dieser Stoffstrom ist durchaus notwendig, denn infolge der Energiewende sinkt die Verfügbarkeit klassischer industrieller Nebenprodukte wie Hüttensand, Flugasche oder REA-Gips, die bislang vielfach als Zuschläge oder Ersatzstoffe für Zementklinker dienten [11].
Ergänzend bietet die Rekarbonatisierung von rezyklierten Gesteinskörnungen ein zusätzliches Klimaschutzpotenzial. Beim Rückbau und der Aufbereitung mineralischer Bauabfälle nehmen kalkhaltige Materialien wie Beton und Kalksandstein CO₂ aus der Atmosphäre auf, ein Prozess, der durch gezielte Zerkleinerung und Beaufschlagung beschleunigt werden kann. Diese Rekarbonatisierung wirkt als langfristige CO₂-Senke und ermöglicht den Einsatz recyclierter Gesteinskörnungen mit reduziertem CO₂-Fußabdruck [12].
Daher dient Baustoffrecycling idealerweise nicht nur dem verbesserten Ressourcenschutz, sondern auch der CO₂-Reduktion – vorausgesetzt, die Materialien werden entsprechend aufbereitet und logistisch sinnvoll verarbeitet [7]. Der Einfluss der Transportwege, wie bereits beschrieben, bleibt dabei ein ergänzender Faktor zur Optimierung der Klimabilanz.
2.6 Kontaminierung mit Gefahrstoffen
Vor dem Abbruch eines Bauwerks können die darin potenziell verbauten Gefahrstoffe bisher oft nur unvollständig erkannt werden. Dies verhindert eine sortenreine Trennung von Schadstoffen und nicht kontaminierten Materialien und schränkt damit das Recyclingpotenzial der Baustoffe deutlich ein. Insbesondere asbesthaltige Bauteile stellen ein besonderes Problem dar, da Asbest als gefährlicher Abfall gilt und einer speziellen Entsorgung zugeführt werden muss [13].
Die im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekts „RECBest – Erfassen und Ausschleusen des Störstoffs Asbest beim Recycling von Bau- und Abbruchabfällen“ durchgeführten Untersuchungen ergaben im vergangenen Jahr, dass Asbest sowohl im Bestand als auch im Bauschutt „sicher und systematisch nachgewiesen werden kann“ [14]. Gleichzeitig konnte die Umsetzbarkeit der Asbest-Ausschleusung aus dem Stoffkreislauf „in technischer sowie wirtschaftlicher Hinsicht demonstriert werden.“ Dies lässt zuversichtlich in die Zukunft blicken. Im Bereich der Trenntechnik sowie der industriellen Live-Erkennung sieht das Projektteam jedoch weiteren akuten Entwicklungsbedarf [14].
3 Perspektiven im Umgang mit Lösungen
Damit die zahlreichen Ideen zur Bewältigung der dargelegten Hürden auf fruchtbaren Boden fallen, bedarf es einiger systemischer Perspektiven und grundsätzlicher Ansätze, die wir im Folgenden kurz darstellen.
3.1 Wissenstransfer ausweiten
Ein optimierter Wissenstransfer ist entscheidend, um die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen flächendeckend zu fördern. Dabei gilt es insbesondere im Hinblick auf RC-Beton, ein Bewusstsein für die Potenziale, aber auch fundiertes Wissen über die insgesamt limitierten sowie regional differierenden Verfügbarkeiten zu generieren. Weitere Unklarheiten, etwa zur Definition von Asbest oder Gewährleistungsfragen, führen zu nachvollziehbaren Vorbehalten und sollten gezielt ermittelt, überprüft und aufgeklärt werden.
Notwendig sind insbesondere praxisnahe Handlungsleitfäden, die konkrete Umsetzungsschritte für Planung, Ausschreibung und Ausführung beinhalten. Solche Hilfsmittel bieten Sicherheit bei der effektiven Integration von RC-Baustoffen. Durch gezielten Wissenstransfer lassen sich Hemmnisse abbauen und Vertrauen in neue Materialkreisläufe aufbauen. Langfristig ist dies ein zentraler Baustein für die Transformation hin zu einer ressourcenschonenden und klimafreundlichen Bauwirtschaft.
Branchenverbände und Initiativen wie die DGNB [15], solid UNIT [16] oder die Cradle2Cradle NGO [17] spielen eine wichtige Rolle dabei, praxisrelevantes Wissen zielgerichtet in die Branche zu tragen.
3.2 Verlässliche politische Rahmenbedingungen schaffen
Im ersten Schritt ist vor allem die Politik gefordert, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovation und Akzeptanz gleichermaßen fördern und dazu beitragen, entsprechende Märkte zu generieren. Laut einer kürzlich im Auftrag von Holcim veröffentlichten Studie sind Ansätze für eine ökologisch ausgerichtete öffentliche Vergabepraxis vorhanden, bleiben aber bislang unverbindlich und uneinheitlich. Der nach wie vor dominierende Fokus auf Anschaffungskosten anstelle von Lebenszykluskosten führt häufig zur Bevorzugung ressourcenintensiver Materialien. Zudem orientieren sich bauordnungsrechtliche Vorgaben vielerorts noch stark an konventionellen Baustoffen, was den Marktzugang innovativer oder rezyklierter Produkte erschwert. Zur Umsetzung einer erfolgreichen Baustoffwende sind laut Studie daher verbindlichere Rahmenbedingungen erforderlich. Vorgeschlagen werden unter anderem Anreizmechanismen für den Einsatz von Rezyklaten in öffentlichen und privaten Bauprojekten, steuerliche Vorteile zur Förderung ressourcenschonender Alternativen, flexiblere und innovationsfreundliche Zulassungsverfahren für neue Baustoffe, der Ausbau von Forschungs- und Förderprogrammen sowie gezielte Weiterbildung für Planerinnen, Planer und ausführende Gewerke, um neue Konzepte breit zu etablieren [18].
In Baden-Württemberg gibt es beispielsweise ein explizites Förderprogramm „RC-Beton“. Das Land unterstützt Unternehmen, die ein Transportbeton- oder Betonfertigteilwerk betreiben, in dem bereits RC-Beton produziert wird oder künftig produziert werden soll. Zusätzlich können Betriebe mit einer Karbonatisierungsanlage im Land eine Unterstützung für die CO₂-Anreicherung von rezyklierter Gesteinskörnung erhalten [19].
3.3 Entbürokratisieren
Wie bei so vielen gesellschaftspolitischen Themen ist eine zentrale Voraussetzung für alle weiteren Strategien zur Förderung von Ressourceneffizienz die Entbürokratisierung bestehender Regelwerke. Derzeit behindern komplexe Genehmigungsprozesse, uneinheitliche Auslegungen technischer Vorschriften und ein fragmentierter Vollzug auf Landes- und Kommunalebene eine zielführende Anwendung von Recycling-Baustoffen. Die am 1. August 2023 in Kraft getretene ErsatzbaustoffV gibt hier einen bundeseinheitlichen Rahmen vor, was allseits begrüßt wird. Offenkundige Fehler und überbordende Nachweis- und Dokumentationspflichten müssen jedoch mit einer schnellen „kleinen“ Novelle der ErsatzbaustoffV dringend korrigiert werden.
Die großen Themenbereiche wie Abfallende oder Harmonisierung mit dem Deponierecht sollten separat geregelt werden, um eine schnelle Novelle nicht zu gefährden. Ohne eine Vereinfachung und Harmonisierung der regulatorischen Rahmenbedingungen laufen selbst ambitionierte Transformationspfade ins Leere. Entbürokratisierung schafft Planungssicherheit, senkt Hemmschwellen für alle Akteure und bildet damit die Grundlage für wirksame, praxisnahe und skalierbare Lösungen.
3.4 Stoffstrommanagement optimieren
Ohne Kenntnis über Menge und Beschaffenheit der regional verfügbaren RC-Baustoffe lassen sich diese nicht einsetzen. Ein effektives Stoffstrommanagement ist daher das zentrale Instrument zur Optimierung der Kreislaufwirtschaft am Bau. Nur so können Materialflüsse über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg systematisch erfasst, analysiert und gesteuert und damit deren Wiederverwertung erleichtert werden.
Ein flächendeckendes Stoffstrommanagement im Bauwesen existiert derzeit, insbesondere für die Bauteilewiederverwertung, noch nicht. Zwar gibt es diverse Pilotprojekte [20], digitale Tools [21–23] sowie regionale Ansätze [24–26]. Die mit mehreren Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnete Site Depot Community von N1 ermöglicht beispielsweise gebührenfreie Direktgeschäfte zwischen Anbieter und Abnehmer. Auch Aushub, Bauschutt und Bedarfe können dort kostenlos veröffentlicht werden [21].
Eine einheitliche Umsetzung über alle Bauphasen und Akteure hinweg steht jedoch bislang aus.
4 Fazit
Mineralische Bauabfälle werden bereits heute zu über 95 % stofflich verwertet. Ein verstärkter Einsatz von RC-Beton ist grundsätzlich möglich und auch anzustreben, darf jedoch nicht zulasten bestehender Verwertungswege erfolgen, um eine Minderung der Gesamtverwertungsquote zu vermeiden.
Grundlegend sollte die regionale Versorgungslage mit RC-Materialien im Fokus der Entscheidungsprozesse stehen. Der diesbezügliche Informationsfluss ist bislang allerdings unzureichend. Es fehlt an öffentlich zugänglichen Materialdatenbanken ebenso wie an praxisorientierten, idealerweise digitalen Handlungsanleitungen für planende und ausführende Unternehmen.
Um das Stoffstrommanagement im Bauwesen effizienter zu gestalten, sollten politisch klare gesetzliche Rahmenbedingungen sowie finanzielle Anreize für die digitale Erfassung und Rückverfolgbarkeit von Baustoffen geschaffen werden. Durch gezielte Förderprogramme und vereinfachte Genehmigungsverfahren, unter anderem im Hinblick auf Zwischenlagerungsstätten und Genehmigungen von Baustoffrecyclinganlagen auch im Außenbereich, z. B. im Zusammenhang mit Gewinnungsstätten (Bild 2), könnten mineralische Recyclingbaustoffe deutlich stärker in den Markt integriert werden. Darüber hinaus gilt es, die durch die ErsatzbaustoffV entstandenen administrativen Hürden dringend zu eliminieren (siehe 3.3 sowie der Beitrag in der nbau. Nachhaltig Bauen2/25 unserer Reihe).
Viele planende und umsetzende Unternehmen sowie kommunale Vertreterinnen und Vertreter gehen bereits mit Engagement und gutem Beispiel voran. Nichtsdestotrotz sollte insbesondere die öffentliche Hand ihrer Vorbildfunktion noch viel stärker gerecht werden. Dass und wie dies möglich ist, zeigt ein sogenannter „Schulterblick“ beim Ersten Bürgermeister der Stadt Kirchheim unter Teck auf dem digitalen, vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg geförderten Wissensportal „Klimaneutral Massiv Bauen@skills.BW“ [27].
Weitere Beiträge aus der Serie „RC-Beton“:
– Teil 1: Recyclingbeton 1
– Teil 2: Recyclingbeton 2
– Teil 3: Recyclingbeton 3
– Teil 4: Recyclingbeton 4
Literatur
- Glock, C. (2024) CO2-Emissionen von Betontragwerken verringern: DAfStb-Richtlinie [online]. YouTube: Klimaneutral Massiv Bauen@skills.BW, 4. März 2024. https://www.youtube.com/watch?v=gDuHOBQtgz8, Min. 1:27 [Zugriff am: 15. Juli 2025].
- Umweltbundesamt (2013) Einsparpotenziale für Energie & Material [online]. Dessau: UBA, 20. Aug. 2013. https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/wirtschaft-umwelt/einsparpotenziale-fuer-energie-material [Zugriff am: 15. Juli 2025].
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- Kreislaufwirtschaft Bau (2025) Mineralische Bau- und Abbruchabfälle Monitoring, 14. Monitoring-Bericht (Daten 2022) [online]. Berlin: BV Baustoffe – Steine und Erden e. V. https://www.kreislaufwirtschaft-bau.de/#Initiative [Zugriff am: 1. Juli 2025].
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- Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2024) Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS). Berlin: BMUKN. https://www.bmuv.de/download/nationale-kreislaufwirtschaftsstrategie-nkws
- Schäfer, B. (2024) Rohstoff im Wandel: Verfügbarkeiten und Potenziale mineralischer Sekundärrohstoffin: Nolting, U. et al. [Hrsg.]Bauen mit rezyklierten mineralischen Baustoffen – Von der Ausnahme zur Regelbauweise: 20. Symposium Baustoffe und Bauwerkserhaltung, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), 19. März 2024. Karlsruhe: KIT, S. 15–18. https://ksp.kit.edu/books/e/10.58895/ksp/1000167485
- ErsatzbaustoffV (2023) Verordnung über Anforderungen an den Einbau von mineralischen Ersatzbaustoffen in technische Bauwerke (Ersatzbaustoffverordnung – ErsatzbaustoffV) vom 9. Juli 2021 (BGBl. I S. 2598), geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 13. Juli 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 186).
- Umweltbundesamt (2022)Stoffstrommanagement im Bauwesen [online]. Dessau: UBA, 11. Mai 2022. https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/urban-mining/stoffstrommanagement-im-bauwesen [Zugriff am: 1. Juli 2025].
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- Bundesministerium für Bildung und Forschung (2021) RECBest – Erfassen und Ausschleusen des Störstoffs Asbest beim Recycling von Bau- und Abbruchabfällen. Bonn: BMBF. https://www.remin-kreislaufwirtschaft.de/fileadmin/ReMin/documents/10_RECBest.pdf
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- Klimaneutral Massiv Bauen@skills.BW (2024) So gelingt die Bauwende auf kommunaler Ebene [online]. Stuttgart: solid UNIT Baden-Württemberg e. V. https://www.bau-klimaneutral.de/artikel/so-gelingt-die-bauwende-auf-kommunaler-ebene-eine-stadt-in-baden-wuerttemberg-macht-es-vor [Zugriff am: 15. Juli 2025].
Autor:innen
Judith Rybol, rybol@iste.de
Dr. Bernd Susset, susset@iste.de
Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e. V., Ostfildern
www.iste.de
Wiebke Zuschlag, zuschlag@bauwirtschaft-bw.de
Bauwirtschaft Baden-Württemberg e. V., Mannheim
www.bauwirtschaft-bw.de

