Warum die nachhaltige Transformation des Bauwesens so schwerfällt
Einer der größten Hebel für Ressourcenschonung, Umweltschutz und die Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft liegt im Bausektor. Rund die Hälfte des weltweiten Ressourcenverbrauchs, Energiebedarfs, Abfallaufkommens und der CO₂-Emissionen ist direkt oder indirekt mit dem Bauwesen verbunden. Trotz dieses enormen Potenzials geschieht bislang vergleichsweise wenig – die Hürden erscheinen zu vielfältig und komplex. Der Beitrag untersucht acht zentrale Hemmnisse des nachhaltigen Bauens, die in der öffentlichen wie auch in der wissenschaftlichen Debatte häufig als Zielkonflikte diskutiert werden. Dabei geht es um die Frage, ob es sich tatsächlich um unauflösbare Gegensätze handelt oder ob bestehende Steuerungsmechanismen die gleichzeitige Umsetzung mehrerer Nachhaltigkeitsziele behindern und damit eher als institutionalisierte Konflikte zu bewerten sind. In den meisten Fällen – so das Fazit des Beitrags – entstehen diese Zielkonflikte nicht aus der Sache selbst, sondern werden durch rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen hergestellt, verfestigt oder sogar verschärft.
1 Potenzial des Bauwesens für Ressourcen- und Klimaschutz
Nachhaltigkeit und Klimaschutz zählen zu den globalen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Eines der größten Potenziale für Ressourcenschonung, Umweltschutz und die Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft liegt in der Bauindustrie, denn rund die Hälfte des weltweiten Ressourcenverbrauchs, Energiekonsums, Abfallaufkommens und CO2-Ausstoßes ist direkt oder indirekt mit dem Bausektor verbunden (Bild 1).



Dementsprechend wurde den Bemühungen um nachhaltiges Bauen in der Fachwelt im letzten Jahrzehnt große Aufmerksamkeit gewidmet. Es gibt eine Vielzahl wissenschaftlicher und praxisnaher Veröffentlichungen zu diesem Thema, so zum Beispiel zum zirkulären Bauen, zur Ökobilanzierung von Bauprojekten sowie zur Entwicklung und Erforschung neuer Verfahren, Techniken und Baumaterialien, die zu einer Verringerung des CO2-Fußabdrucks führen könnten. Auch bei den am Bau Beteiligten ist diese Problematik präsent. So hat sich die deutsche Zementindustrie zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2045 klimaneutral zu sein. Auch die Stahlindustrie ist angehalten, bis dahin auf den sogenannten grünen Stahl umzustellen, der mit Wasserstoff und Ökostrom statt mit fossilen Brennstoffen hergestellt wird. Viele Bauprojekte starten mit dem Anspruch, nachhaltig zu sein.
Trotz dieser Bemühungen, wissenschaftlicher Veröffentlichungen und politischer Aktionspläne steht das Bauen derzeit noch am Anfang der Umstellung auf Nachhaltigkeit. Abgesehen von einzelnen nachhaltig gebauten Prestigeprojekten spielt das Thema im Tagesgeschäft des Bauens kaum eine Rolle. Die Hindernisse scheinen immer noch zu groß zu sein. Es gibt sie nicht nur im Baugeschehen intern, vielmehr sind diese auch externer, zum Beispiel wirtschaftlicher und regulatorischer Natur. Innovative Projekte oder mögliche Weiternutzungskonzepte scheitern häufig wegen zu hoher Kosten, fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen, schwerfälliger Genehmigungsverfahren oder mangelnder Risiko- bzw. Verantwortungsbereitschaft der am Bau Beteiligten.
Während in Wissenschaft und Praxis über Lösungsstrategien und Best-Practice-Beispiele im nachhaltigen Bauen diskutiert wird, finden Misserfolge oder Hindernisse weit weniger Beachtung. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe (IAG) Anders Bauen – für Ressourcenschonung und Klimaschutz der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hat sich dieser Aufgabe verschrieben. Die Argumentation dieses Beitrags stützt sich auf die Ergebnisse dieser IAG, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Hindernisse, die dem nachhaltigen Bauen im Weg stehen, zu identifizieren, zu diskutieren und so aufzuarbeiten, dass sich Schlussfolgerungen zur Verbesserung der Situation und Handlungsanweisungen ableiten lassen. Die Analyse hat gezeigt, dass zentrale Hindernisse häufig als Zielkonflikte auftreten oder diskutiert werden. Diese Zielkonflikte werden in diesem Beitrag detailliert herausgearbeitet und kritisch reflektiert.
2 Hindernisse nachhaltigen Bauens in Form von (Ziel-)Konflikten
Die Hindernisse im nachhaltigen Bauen sind vielschichtig und reichen von wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen bis hin zu rechtlichen und sozialen Aspekten, wie Studien zeigen. In den meisten Fällen beziehen sich die Studien zu den Hindernissen nachhaltigen Bauens auf einzelne Länder ([1–10]) oder mehrere Länder im Vergleich ([11, 12]). Einige Forschungen behandeln verschiedene Facetten des Themas nachhaltiges Bauen, darunter Kreislaufwirtschaft ([13–15]), Bauen im Bestand ([16, 17]) und Kostenkalkulation ([18–20]). Andere wiederum konzentrieren sich auf verschiedene Baumaterialien ([21–24]) oder nachhaltige Entwurfs- und Konstruktionsprozesse ([25, 26]). Die Kategorisierung der verschiedenen Hindernisse variiert ebenfalls. Sie kann beispielsweise nach übergeordneten Bereichen wie Markt, Verfahrenstechnik, Ressourcen, Governance, Geografie, Kommunikation und Kultur erfolgen ([4, 12]), nach intra- und extraorganisatorischen Bereichen ([27]), nach Interessengruppen ([28]) oder nach Prioritäten ([29]). Dabei gibt es im Großen und Ganzen kaum Unstimmigkeiten oder Streit über die Hindernisse selbst; je nach Fragestellung oder Perspektive werden sie nur anders gewichtet, in bestimmte Kontexte gestellt oder es werden bestimmte Hindernisse hervorgehoben.
Es zeigt sich jedoch, dass wesentliche Hindernisse nachhaltigen Bauens insbesondere in öffentlichen Debatten immer wieder in Form von Zielkonflikten diskutiert werden. Das bedeutet, dass bestimmte Ziele nachhaltigen Bauens so diskutiert werden, als stünden sie in direkter Konkurrenz zueinander, wodurch die Erreichung eines Ziels die Umsetzung eines anderen erschwere oder sogar blockiere und somit den Übergang zu einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Bauwirtschaft und Gesellschaft behindere. Insbesondere im Kontext der drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und soziokulturelle Aspekte, die im Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit und in dessen Weiterentwicklung zu einem integrativen Nachhaltigkeitskonzept verankert sind (Bild 2), werden die Ziele nachhaltigen Bauens häufig als Zielkonflikte thematisiert. Diese drei Dimensionen wurden für den Baubereich zum Beispiel um die Dimension Qualität der erbrachten Leistungen erweitert, wodurch sowohl die technische Qualität als auch die Qualität der Planungs- und Bauprozesse erfasst werden können. Ergänzend werden auch die Standortmerkmale eines Bauwerkes betrachtet. In Deutschland sind diese auf den Baubereich bezogenen Dimensionen und Qualitäten seit 2011 im Leitfaden Nachhaltiges Bauen verankert ([30]). Im integrativen Nachhaltigkeitskonzept werden die drei Dimensionen nicht mehr als isolierte Säulen, sondern häufig als sich überschneidende Kreise visualisiert, deren Schnittmenge die Nachhaltigkeit symbolisiert. Im Gegensatz zum isolierten Dreisäulenmodell wird dabei die gegenseitige Abhängigkeit und Verknüpfung betont. Die Schnittmenge zeigt demnach, dass ein Gebäude nur dann wirklich nachhaltig ist, wenn alle drei Aspekte gleichwertig berücksichtigt und miteinander verbunden werden.
Die oben beschriebenen Zielkonflikte entstehen, wenn Maßnahmen zur ökologischen Nachhaltigkeit, wie ressourcenschonender Materialeinsatz, Abfallvermeidung, Schadstoffreduktion oder Förderung der Biodiversität, zusätzliche Kosten verursachen und damit wirtschaftlichen Zielen wie Rentabilität und Kostensenkung oder auch sozialen und kulturellen Zielen wie der Bewahrung soziokultureller Identität sowie der Gesundheit und dem Wohlbefinden des Menschen entgegenstehen. Nachhaltiges Bauen erfordert daher immer Abwägungen zwischen Umwelt, Wirtschaft und sozialen Aspekten.
Tiefergehende Analysen und wissenschaftliche Debatten zu Zielkonflikten sind sowohl in Bezug auf die Konzeptualisierung des Begriffs im Nachhaltigkeitskontext als auch im Bereich des nachhaltigen Bauens jedoch kaum vorhanden. In seinem Buch „Zielkonflikte der Nachhaltigkeit“ [31] problematisiert Marc Dusseldorp die undifferenzierte Verwendung des Zielkonfliktbegriffs in den einschlägigen Debatten um Nachhaltigkeit. Er unterscheidet vornehmlich zwei Arten von Zielkonflikten. Einerseits gibt es Zielkonflikte im Sinne nicht gleichzeitig realisierbarer Nachhaltigkeitsziele. Solche manifesten Zielkonflikte zeigen sich beispielsweise bei der Nutzung von Raum und Ressourcen, da Raum nicht reproduzierbar ist und viele Ressourcen endlich sind. Im Unterschied zur Raumnutzung, bei der unterschiedliche Ansprüche häufig direkt aufeinandertreffen und so zu manifesten Zielkonflikten führen – etwa durch konkurrierende Interessen bei Wohn-, Verkehrs- oder Naturschutzflächen –, entstehen Nutzungskonflikte bei natürlichen Ressourcen vor allem dann, wenn diese knapp werden oder der Nutzungsdruck durch verschiedene Akteure steigt. Andererseits entstehen Zielkonflikte durch bestimmte Maßnahmen, die divergierende Auswirkungen auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele haben [31]. Letzteres beschreiben Rosalie Arendt, Tobias Gralkeund Lisa Vollmer [9] als institutionalisierte Konflikte. Damit beziehen sie sich auf Konflikte zwischen Zielen, die durch politische oder wirtschaftliche Maßnahmen und strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen, aufrechterhalten und reproduziert werden und die sich andernfalls nicht widersprechen würden ([9]).
Dieser Beitrag setzt an diesem Punkt an und untersucht, inwieweit zentrale Hindernisse des nachhaltigen Bauens tatsächlich unüberwindbare Zielkonflikte darstellen oder ob zum Beispiel aktuelle Steuerungsmechanismen die gleichzeitige Realisierung verschiedener Nachhaltigkeitsziele hemmen und somit als institutionalisierte Konflikte zu betrachten sind. Durch die Problematisierung des Begriffs Zielkonflikte lassen sich unterschiedliche Leitbilder, Ziele, Interessen, Abhängigkeiten und Zeitpolitiken identifizieren und offenlegen, die in der öffentlichen und wissenschaftlichen Debatte oft vernachlässigt werden. Dies ist entscheidend, um notwendige Kenntnisse über die zugrunde liegenden Aspekte zu gewinnen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die einen ausgewogenen Ausgleich zwischen den verschiedenen Bedürfnissen ermöglichen. Im Folgenden geht dieser Beitrag auf acht solcher als Zielkonflikte diskutierten Hindernisse detailliert ein (Tab. 1).
Tab. 1 Acht Konflikte nachhaltigen Bauens
| Konflikte nachhaltigen Bauens | Ökonomie | Ökologie | Soziales |
|---|---|---|---|
| Erstinvestition vs. Lebenszykluskosten |
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| Ressourcennutzung vs. langfristiger Umweltschutz |
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| Flächenversiegelung vs. Erhalt von Grünflächen |
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| Bezahlbarer vs. ökologischer Wohnungsbau |
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| Abriss und Neubau vs. Bauen im Bestand |
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| Kreislaufwirtschaft vs. Abfallrecht |
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| Nachhaltiges Bauen als Bedrohung vs. Verheißung |
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| Individuelle Freiheit vs. gesellschaftliche Verantwortung |
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3 Institutionalisiert oder unvereinbar? Acht zentrale (Ziel-)Konflikte beim nachhaltigen Bauen
3.1 Erstinvestition versus Lebenszykluskosten
In den Debatten um nachhaltiges Bauen zählen die Kosten zu den größten Herausforderungen. Dies zeigt sich besonders im Spannungsverhältnis zwischen den kurzfristigen wirtschaftlichen Erstinvestitionen und den langfristigen ökologischen wie ökonomischen Einsparungen: in den Spannungen zwischen Investitions- und Betriebskosten oder auch zwischen der Verlängerung einer Nutzungsdauer und einer energieoptimierten Neuanschaffung. Nachhaltige Bauweisen, Baumaterialien oder Systeme wie energieeffiziente Heizsysteme, Solaranlagen oder recycelbare Baustoffe sind oft teurer als konventionelle Bauprodukte und -weisen, da sie mitunter schwieriger zu beschaffen oder herzustellen sind. Diese höheren Anfangsinvestitionen können insbesondere für Bauherr:innen und Investor:innen eine wirtschaftliche Herausforderung darstellen. Zudem dauern Genehmigungsverfahren für neue nachhaltige Bauprojekte oft länger, weil es an Standards und Prüfverfahren fehlt. Hinzu kommt, dass es an geeigneten Fachkräften, Anwendungswissen, Rahmenbedingungen und Kund:innenakzeptanz für nachhaltiges Bauen mangelt, vor allem aufgrund der daraus resultierenden höheren Baukosten.
In der Forschung gilt die Lebenszyklusanalyse beziehungsweise Ökobilanzierung als eines der wichtigsten Instrumente zur Lösung dieses Konflikts. Sie kann den Übergang zu umweltfreundlicheren Bauprozessen und -materialien erleichtern und damit die Wirtschaftlichkeit von nachhaltigen Bauwerken nachprüfbar darstellen [18, 32]. Die Lebenszyklusanalyse schätzt Umweltauswirkungen oder den Ressourcenverbrauch eines Bauwerks über seine gesamte Lebensdauer. Dazu betrachtet sie systematisch alle Prozesse von der Rohstoffgewinnung über die Produktion, Nutzung und Wartung bis hin zur Entsorgung oder Wiederverwendung, mit dem Ziel, durch die Bewertung und Optimierung Umweltauswirkungen zu verringern. Darüber hinaus werden die finanziellen Auswirkungen der einzelnen Phasen im Lebenszyklus eines Bauwerks bewertet (Bild 3). Die Lebenszykluskostenanalyse zeigt dann die langfristigen Vorteile in Form von geringeren Wartungskosten, Energieeinsparungen oder längeren Produktlebenszyklen, die wiederum zu niedrigeren Kosten als bei nicht nachhaltigen Bauprojekten führen können. Allerdings können diese Einsparungen für Bauherr:innen oder Investor:innen weniger relevant sein, wenn sie nicht selbst von den laufenden Kostenvorteilen profitieren.
Da diese langfristige Wirtschaftlichkeit häufig nicht mit kurzfristigen Budgetzielen vereinbar ist, erscheint dies auf den ersten Blick als ein Zielkonflikt. Auf den zweiten Blick ist dieser Konflikt jedoch institutionalisiert, weil bestehende Regeln, Prozesse und Verantwortlichkeiten kurzfristige Entscheidungen systematisch begünstigen: So fehlen oft die Anreize für Bauherr:innen, in kostenintensivere, aber nachhaltige Baumaterialien und Verfahren zu investieren. Öffentliche Ausschreibungen orientieren sich in der Regel am niedrigsten Preis und nicht an den Lebenszykluskosten. Zudem existieren bislang keine verbindlichen Vorgaben, Lebenszykluskosten verpflichtend in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
Die größten Probleme, die in der Forschung im Zusammenhang mit den Lebenszykluskosten genannt werden, liegen in der Anwendung. Darunter fallen die vergleichbare und zum Teil begrenzte Datenlage, die Messbarkeit (z. B. des sogenannten CO2-Schattenpreises), die Bewertungsmethoden sowie die rechtlichen Regelungen und unterschiedlichen Kriterien verschiedener Nachhaltigkeitszertifizierungen [18, 32–34].
3.2 Ressourcennutzung versus langfristiger Umweltschutz
In der Forschung zu nachhaltigem Bauen dominieren in der Architektur und im Bauingenieurwesen die Debatten um ökologische Baumaterialien und Bauweisen. Beton, Stahl und Stahlbeton gelten als nicht nachhaltig, da ihr Global Warming Potential (GWP) sehr hoch ist. Insbesondere das Bauen mit Beton verursacht große Mengen an CO2-Emissionen. Diese Baumaterialien sollten daher CO2-sparend oder ressourcenschonend, zum Beispiel durch Baustoffe wie Infraleichtbeton [35] oder Carbonbeton [36], eingesetzt werden oder es muss versucht werden, sie nachhaltiger herzustellen. Zudem rücken vermehrt traditionelle Baustoffe wie Holz, Stein und Lehm – oder ungewöhnliche Baustoffe wie Pilzmyzel – in den Vordergrund der Debatten um nachhaltiges Bauen. In diesem Zusammenhang liegt bereits eine Vielzahl an Forschungen und technischen Lösungsvorschlägen vor ([21, 22, 24, 37]).
Allein am Beispiel Holz zeigt sich, wie kontrovers die Debatten um nachhaltige Baustoffe sind. Holz wird – auch von der EU und der Bundesregierung – immer wieder als der nachhaltige Baustoff für klimabewusstes Bauen hervorgehoben und gilt als die vielversprechendste Möglichkeit, Emissionen zu reduzieren. So argumentiert beispielsweise Stephen Birk [38], dass eine Transformation der Bauindustrie nur durch eine zirkulär wirksame Wende im Bauen mit Holz gelingen kann. Ausschlaggebend für diese Überlegung ist, dass das Bauen mit Holz den CO2-Fußabdruck von Gebäuden reduziert, weil Holz ein organischer Rohstoff ist, nachwächst und vor allem, weil es den klimaschädlichen Kohlenstoff, den der ursprüngliche Baum der Atmosphäre durch Photosynthese entzogen hat, dauerhaft speichern kann. Zudem hat Holz natürliche Isoliereigenschaften, die zur Energieeffizienz von Gebäuden beitragen können. Herstellung und Holzverarbeitung können auch ökonomische Vorteile bieten, da es in vielen Fällen kostengünstiger ist, weniger Energie im Vergleich zu anderen Baustoffen erfordert und lokal beschafft werden kann, was zusätzlich den Transportaufwand verringert und die Umweltauswirkungen reduziert. Neue Möglichkeiten im Bereich Holz als Baustoff, Tragwerk, Brandschutz, Schallschutz und Vorfertigungsmöglichkeit beeinflussen bereits erheblich die Entscheidung für das Bauen mit Holz [21].
Gleichzeitig wird in der Literatur auch angeführt, dass Holz eine begrenzte Ressource ist, die in einigen Regionen knapp oder nicht in ausreichender Menge verfügbar sein kann und daher effektiv eingesetzt werden muss. Zudem wird der im Holz gespeicherte Kohlenstoff bei der Entsorgung beziehungsweise Abfallbehandlung durch die Verrottung wieder freigesetzt. Ein CO2-neutraler Kreislauf ist bei Holz in diesem Sinne nicht möglich. Bei der systematischen Analyse des gesamten Lebenszyklus ergeben sich für Holz somit „geringere ökobilanzielle Vorteile“ ([18]).
Zudem kann die Nutzung von Holz als Baumaterial auch zu einer Übernutzung der Wälder führen, da die Bäume Jahrzehnte benötigen, um nachzuwachsen. Neben den politischen Vorgaben für die Bereitstellung des Rohstoffs Holz stehen in Deutschland die Wälder unter besonderem Schutz – insbesondere im Hinblick auf Biodiversität, Ökosystemschutz und die Erreichung von Klimaschutzzielen. Eine nachhaltige Forstwirtschaft, die das Ziel verfolgt, den Wald in einer Weise zu bewirtschaften, die seine langfristige Erhaltung gewährleistet, kann jedoch höhere Kosten verursachen, da sie strengere Regulierungen und Investitionen in Waldpflege erfordert. So ist beispielsweise fraglich, ob man sich auf dem afrikanischen Kontinent solche Kosten in absehbarer Zeit leisten kann [39].
Im bisherigen Diskurs wurden die Ziele des Bauens mit Holz und nachhaltiger Forstwirtschaft überwiegend als konkurrierend formuliert [40]. Was auf den ersten Blick wie ein manifester Zielkonflikt um Ressourcennutzung und Umweltschutz erscheint, stellt sich bei genauerem Hinsehen als ein durch politische Rahmenbedingungen institutionell begründeter Konflikt dar. So unterstützen politische Maßnahmen wie die Genehmigung von Rohstoffabbau, Neubauförderungen (insbesondere im Wohnungsbau) und der politische Fokus auf Holz als besonders nachhaltigen Baustoff die Nutzung natürlicher Ressourcen, auch wenn diese unter Umständen der Zielsetzung des langfristigen Umweltschutzes widersprechen. Die Rahmenbedingungen sollten deshalb auf ein verantwortliches, ganzheitliches Bauen mit Holz umgestellt werden, ohne großflächig Wälder abzuholzen, die als CO2-Speicher, Luft- und Wasserreiniger sowie als Schutzraum für Artenvielfalt dienen, und ohne Holz als vermeintlich natürliche Energiequelle in Form von Pellets zu fördern.
3.3 Flächenversiegelung versus Erhalt von Grünflächen
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die tägliche Flächeninanspruchnahme bis 2030 von aktuell 60 ha auf unter 30 ha und bis 2050 auf netto null zu begrenzen. Insbesondere innerstädtische Naturräume und Grünflächen sollen für den Klimaschutz und zur Klimaanpassung vor der Versiegelung bewahrt werden.
Gleichzeitig führt der Druck zur Schaffung von neuem Wohnraum (die Ampelregierung kündigte zum Beispiel an, 400 000 neue Wohnungen im Jahr zu bauen) insbesondere in Städten zu einem Nutzungs- und Umnutzungsdruck auf Brachflächen, begrünte Innenhöfe und verwilderte Freiflächen, der im direkten Widerspruch zu dem in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie festgehaltenen Ziel steht, Grünflächen zu erhalten. Dabei sind gerade diese Freiräume für eine nachhaltige Stadtentwicklung von großer Bedeutung. Sie bieten nicht nur vielfältige Nutzungsmöglichkeiten im Freien für Erholung, Sport und Gesundheit, sondern erhalten auch Naturräume und Biodiversität und regulieren das Stadtklima und die Luftqualität [41, 42]. Dadurch stehen wachsende Städte vor dem Zielkonflikt, einerseits Innenstädte nachzuverdichten, um beispielsweise dem zunehmenden Mangel an erschwinglichem Wohnraum entgegenzuwirken, und andererseits die innerstädtische grüne Infrastruktur für Klimaschutz, Erholung und Gesundheit zu erhalten.
Dieser Zielkonflikt zwischen Wohnungsneubau und Erhalt oder Schaffung von Grünflächen ist aber zum großen Teil durch politische Regulierungen hervorgerufen und kann somit als ein institutionalisierter Konflikt bezeichnet werden. Denn eine reine Bauen-bauen-bauen-Strategie löst zum Beispiel nicht die sozialen Probleme auf dem Wohnungsmarkt, sondern führt vielmehr zu einem überproportional hohen Anteil an teuren Neubauten. Entgegen dem gängigen Argument, dass auch der Bau teurerer Wohnungen und die dadurch freiwerdenden Wohnungen zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt führen würden, zeigen Studien [9, 43], dass diese freiwerdenden Wohnungen eher zu höheren Mieten weitervermietet werden.
Zudem weicht erschwinglicher Wohnungsbau aufgrund von knappen und teuren innerstädtischen Bodenpreisen zunehmend auf Randgebiete aus, was zu einer verstärkten Flächenversiegelung, einem höheren Verkehrsaufkommen durch längere Wege und damit zu erhöhten Umweltbelastungen führen kann [44]. Ebenso wird auch in schrumpfenden Kommunen immer mehr Bauland für Einfamilienhäuser ausgewiesen, um zahlungskräftige Mittelschichtshaushalte in den jeweiligen Kommunen zu halten. Daher ist gerade auch in den Regionen, in denen die Siedlungsdichte abnimmt, eine Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche zu beobachten [9, 42]. Diese zum Teil politisch geförderten Einfamilienhaussiedlungen sind jedoch nicht nur ein Ausdruck des Verlusts wertvoller Böden und Freiflächen, der Zersiedelung und des intensiven Ressourcenverbrauchs, sondern auch ein Zeichen für zunehmende materielle Ungleichheit [45]. Gerade aus diesen sozial-ökologischen Wohnungsfragen ergeben sich weitere Konfliktfelder zwischen der ökologischen und bezahlbaren Wohnraumversorgung, die im nächsten Abschnitt diskutiert werden.
3.4 Bezahlbarer versus ökologischer Wohnungsbau
Die Schaffung von bezahlbarem und zugleich ökologischem Wohnraum scheint eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen zu sein. Dies zeigt sich besonders in den öffentlichen Diskussionen über die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums, in denen die sozialen und ökologischen Zielsetzungen des Wohnungsbaus häufig gegeneinander ausgespielt und als Zielkonflikt diskutiert werden [44, 46].
Beispielsweise scheinen die Klimaschutzziele im direkten Widerspruch zu dem Ziel zu stehen, die Kosten im Wohnungsbau zu senken: Ökologischer Wohnungsbau erfordert Investitionen in neue energiesparende Systeme, nachhaltige Baumaterialien und eine ökologische Bauweise, was die Baukosten erhöhen kann. Bezahlbarer Wohnungsbau hingegen zielt darauf ab, erschwinglichen Wohnraum für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen bereitzustellen. Dies führt zu einem Druck, die Kosten niedrig zu halten.
Energetische Modernisierungen beispielsweise stehen oft in einem Zielkonflikt mit bezahlbarem Wohnraum. Einerseits tragen sie zur Reduzierung des Energieverbrauchs und damit zur Verbesserung der Umweltbilanz von Gebäuden bei, andererseits können sie auch soziale und wirtschaftliche Spannungen verstärken. Da energetische Sanierungen in der Regel hohe Investitionen erfordern, werden diese Kosten häufig von den Vermieter:innen auf die Mieter:innen umgelegt. Dies führt zu steigenden Mieten, wodurch Wohnraum für einkommensschwache Haushalte zunehmend unerschwinglich werden kann. Die höheren Wohnkosten verknappen den bezahlbaren Wohnraum und fördern somit die Aufwertung von Wohngebieten, was letztlich zur Verdrängung einkommensschwacher Haushalte aus innerstädtischen Lagen beiträgt [47, 48]. Dies entkräftet die propagierte Win-win-Strategie, dass energetische Sanierungen langfristig zu niedrigeren Wohnkosten führen, auch oder gerade für einkommensschwache Haushalte, und verschärft stattdessen den institutionalisierten Konflikt zwischen nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraumversorgung. Letztlich ist es eine Frage der politischen Entscheidungen und Prioritäten. So ließe sich bezahlbarer Wohnraum beispielsweise durch staatliche Subventionen und Förderungen oder Mietpreisbremsen nachhaltig gestalten.
3.5 Abriss und Neubau versus Bauen im Bestand
Dieser Konflikt beschreibt die Spannung zwischen den ökologischen Vorteilen des Bestandserhalts und den ökonomischen Herausforderungen der Sanierung gegenüber den möglichen wirtschaftlichen Vorteilen eines Neubaus, der jedoch ökologische Nachteile mit sich bringt.
Die Forschung ist sich weitgehend einig, dass Bauen im Bestand sowohl klima- als auch ressourcenfreundlicher ist als Abriss und Neubau. Sanieren, Umbauen, Rückbauen und Weiterbauen wird als die Lösung gesehen, um den immensen Material- und Energieverbrauch im Bauwesen zu reduzieren [49–52]. Abriss und Neubau verursachen hingegen höhere CO2-Emissionen, da Abbruchmaterialien anfallen und große Mengen an neuen Baumaterialien erforderlich sind. Zudem geht damit meist eine stärkere Flächenversiegelung einher.
Ökonomisch betrachtet kann Abriss und Neubau zunächst sinnvoller erscheinen als der Erhalt, da er die Integration neuester nachhaltiger Technik, Baumaterialien und Konstruktionen ermöglicht, die eine bessere Energieeffizienz, geringere Wartungsanforderungen und niedrigere Reparaturkosten zulassen, was langfristig zu Kosteneinsparungen und Umweltvorteilen führen kann. Beim Bauen im Bestand sind oft Sanierungs-, Reparatur- und Anpassungskosten notwendig, was die Investitionskosten erhöhen kann. Hinzu kommen die gegebenenfalls erforderliche aufwendige systematische Aufnahme des Bestandes sowie Untersuchungen auf Schadstoffe und Prüfungen der Materialqualitäten oder -festigkeiten, die unter Umständen zusätzliche Nachweisführungen zur Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit erfordern [49, 53]. Gleichzeitig kann mit Blick auf die Lebenszykluskosten eine längere Nutzung des Bestandsgebäudes langfristig Kosten sparen.
In vielen Fällen werden Neubauten durch regulatorische Vorgaben oder Förderungen wie spezifische Förderprogramme, steuerliche Anreize und vereinfachte Genehmigungsverfahren begünstigt. Gleichzeitig gibt es zum Teil strenge Auflagen für das Bauen im Bestand, wenn gleiche Standards wie für Neubauten gefordert werden, zum Beispiel beim Brandschutz oder Schallschutz. Die Anpassung an neue gesetzliche Regelungen kann unter Umständen bei Revitalisierungsvorhaben zu erheblichen Veränderungen der Bausubstanz führen, die den Aufwand an Kosten und Zeit als nicht sinnvoll erscheinen lassen. Hier stellt sich die kritische Frage nach der tatsächlichen Notwendigkeit einzelner Auflagen, da viele ältere, intakte Häuser bestimmte neuere Auflagen ohnehin nicht erfüllen.
In der Vergangenheit wurden Gebäude nur für einen Lebenszyklus mit einer einmaligen Nutzung geplant, gebaut und genutzt. Beim Abriss werden derzeit die meisten abgetragenen Baustoffe oder Materialien direkt in den Bereich des Abfallrechts überführt. Um das Bauprodukt im Sinne der Kreislaufwirtschaft wieder- oder weiterverwenden zu können, muss es den geltenden Verordnungen und Vorschriften mit ihren aktuellen technischen Bestimmungen entsprechen. Nach jahrzehntelangem Gebrauch entsprechen Bauprodukte jedoch in vielen Fällen nicht mehr den aktuellen Vorschriften oder Regeln der Technik [49]. Dies stellt einen weiteren institutionalisierten Konflikt dar, der im Folgenden näher beleuchtet wird.
3.6 Kreislaufwirtschaft versus Abfallrecht
Zirkuläres Bauen ist aktuell ein viel diskutierter Lösungsansatz für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft im Bauwesen [15, 55, 56]. Bei der Wiederverwendung von Bauteilen und dem Recycling von Baustoffen aus Abriss oder Rückbau gerät die Kreislaufwirtschaft jedoch derzeit in einen regulatorischen Konflikt mit den Rahmenbedingungen des Abfallrechts.
Die Grundlage für eine Kreislaufwirtschaft ist die Wiederverwendung von Bauteilen und das Recycling von Materialien. Nur wenn diese einfach demontiert beziehungsweise getrennt gesammelt werden können, können sie letztlich hochwertig wiederverwendet und einem Kreislauf zugeführt werden, der dann den Ressourcenverbrauch, die Abfallproduktion, die CO2-Emissionen und die Energieverschwendung reduziert. Zurzeit werden aber die Wiederverwendung von Bauteilen und der Einsatz von Recyclingmaterialien nur unzureichend im Baurecht geregelt. Stattdessen greift in vielen Fällen das Abfallrecht mit seinen konzipierten Schutzzielen vor gefährlichen Stoffen, die in den jeweiligen Abfällen enthalten sein können. Dies blockiert insbesondere die Aufbereitung von Bauteilen und Baustoffen aus dem Rückbau. Dadurch werden „funktionsfähige Bauteile zerstört und hochwertige Werkstoffe gehen in gemischten Stoffströmen verloren“ [54]. Das Recycling von Dämmstoffen aus dem Abriss von Altbauten ist beispielsweise problematisch, da die Zusammensetzung nicht mehr genau bekannt ist und die Dämmstoffe oft verunreinigt und vermischt sind und daher als nicht trennbarer und gefährlicher Abfall eingestuft werden [55].
Dies gilt eventuell auch für technische Innovationen, bei denen die gesetzlichen Vorgaben die Kreislaufwirtschaft (noch) nicht berücksichtigen: So sorgen intelligente Ziegel mit integrierter Dämmung zwar für eine bessere Wärmedämmung und weniger Energieverluste, gleichzeitig werden sie aber beim Abbruch als Sondermüll eingestuft und können nicht weiterverwendet werden.
Dies kann ökonomische Hürden für Unternehmen schaffen, die in eine Kreislaufwirtschaft investieren möchten, da sie gesetzliche Vorschriften überwinden müssen, um Bauteile wiederzuverwenden oder Baustoffe zu recyceln. Veränderte rechtliche Rahmenbedingungen oder politische Regelungen können diesen Konflikt zwischen Kreislaufwirtschaft und Abfallrecht lösen. Sie werden jedoch nur dann geschaffen, wenn ein entsprechendes gesellschaftliches Bedürfnis besteht, solche Anforderungen zu formulieren. Dieser Veränderungsdruck führt oft zu weiteren Spannungsfeldern, die im nächsten Abschnitt diskutiert werden.
3.7 Nachhaltiges Bauen als Bedrohung versus Verheißung
Nachhaltiges Bauen bietet zwar große Potenziale für Umweltschutz und die Lebensqualität, gleichzeitig bringt es aber auch Herausforderungen und Risiken mit sich, die es als Bedrohung erscheinen lassen können.
Wie bereits erwähnt, ist die Wissenschaft schon relativ fortgeschritten in der Erforschung neuer nachhaltiger Baustoffe und technischer Verfahren, die eine Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen ermöglichen, indem sie Ressourcen sparen, den Energieverbrauch senken und Emissionen verringern. In der Umsetzung fehlt es aber häufig an Mut, Risikobereitschaft und Verantwortung für nachhaltige Innovationen. Nicht selten liegen die Gründe in der Angst vor Veränderung und dem Festhalten an Bewährtem und Traditionen [57, 58].
Die Veränderung etablierter Prozesse in Planung und Ausführung erfordert ein erhebliches Maß an Wissen, Zeit und Bereitschaft, sich auf neue, zum Teil unerprobte Technologien bei neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und schwer kalkulierbaren finanziellen Ressourcen einzulassen. All dies kann zu erhöhten Kosten, aber auch zu Unsicherheiten und Risiken in der Bauausführung führen. Nachhaltiges Bauen erfordert daher vor allem die Übernahme von Verantwortung. Jan Akkermann beispielsweise beschreibt die mangelnde Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, wie folgt: „Jeder wartet auf den anderen und verlangt, dass er sich zuerst bewegt: Die Bauwirtschaft fordert Rahmenbedingungen, die Projektmanager fordern Vorgaben von oben, die Planer warten auf neue Normen usw.“ [57]. Hier stehen also die Ziele der ökologischen Nachhaltigkeit im Konflikt mit den konventionellen Prozessen der Planung und Ausführung, der Wirtschaftlichkeit und der Gewährleistung von Funktionalität und Sicherheit sowie der gewohnten Vorstellung und des Einsatzes von konventionellen und CO2-intensiven Baustoffen und -weisen.
Zudem kann die Implementierung nachhaltiger Verfahren, wie bereits unter 3.4 beschrieben, insbesondere für einkommensschwache Haushalte eine Bedrohung darstellen, da der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum eingeschränkt wird oder bestehende Mieter:innen durch steigende Mieten und Immobilienpreise verdrängt werden könnten.
Die Kunst besteht darin, die unterschiedlichen Perspektiven auf nachhaltiges Bauen, die oft als Zielkonflikt zwischen Bedrohung und Verheißung erscheinen, durch konkrete Ansätze und öffentliche Belobigung zu verbinden. Dazu zählen etwa Kreislaufwirtschaft, energiesparende Bauweisen, die Berücksichtigung von Lebenszykluskosten sowie partizipative Ansätze, die auf Kompromisse zwischen Ressourcenschonung, sozialer Gerechtigkeit und ökonomischer Tragfähigkeit abzielen.
3.8 Individuelle Freiheit versus gesellschaftliche Verantwortung
Bauen versteht sich häufig auch als Kunstform, die durch die freie Gestaltung von Räumen, Bauwerken und Umgebung gekennzeichnet ist. Baukultur erfordert ein hohes Maß an Kreativität und Originalität, kann individuellen Bedürfnissen, Wünschen und Rechten entsprechen und ebenso kulturelle Werte, Ideen und Konzepte symbolisieren. Bauen wirkt sich zugleich auf Umwelt, Klima und das Wohlbefinden der Menschen aus, prägt ihre Lebensqualität und Sicherheit und trägt somit eine soziale wie auch ökologische Verantwortung.
Obwohl kein direkter Widerspruch besteht, können im Kontext der Nachhaltigkeit Ziel- oder Interessenkonflikte zwischen individueller Gestaltungsfreiheit, ästhetischen Idealen sowie sozialer und ökologischer Verantwortung entstehen, etwa wenn Nachhaltigkeitskriterien der Bau- und Gestaltungsfreiheit zumindest moralische Grenzen setzen [14, 59]. So sind manche nachhaltigen Lösungen möglicherweise nicht sofort als ästhetisch vorteilhaft wahrnehmbar oder erfordern Kompromisse in der Gestaltung, die gegebenenfalls auch höhere Kosten nach sich ziehen können. Wohingegen bestimmte ästhetische Präferenzen den Einsatz von weniger umweltfreundlichen Materialien oder Verfahren erfordern können. Große Fensterfronten sind zum Beispiel energetisch nicht optimal, aber für eine ansprechende Gestaltung wesentlich. Zudem können individuelle Bauwünsche wie zum Beispiel große Einfamilienhäuser im Widerspruch zu ressourcenschonendem, suffizientem und gemeinschaftsorientiertem Bauen stehen.
Ähnlich verhält es sich in der Lehre in Architektur, Städtebau und Bauingenieurwesen. Dort trifft die Freiheit von Lehre und Forschung auf die gesellschaftliche Verantwortung für Nachhaltigkeit. In der Forschungsliteratur wird immer wieder betont, dass Nachhaltigkeit im Bauwesen in der Lehre an den Hochschulen zu wenig thematisiert wird. Zu viele Lehrveranstaltungen konzentrierten sich nach wie vor auf konventionelle Materialien und Konstruktionen und so werde damit zukünftigen Bauingenieur:innen das Wissen um „die ganzheitliche Verantwortung ihres Wirkens“ [57] vorenthalten.
4 Ganzheitlich gedacht – Konfliktlösung im nachhaltigen Bauen
Dieser Beitrag verdeutlicht, dass wesentliche Hindernisse nachhaltigen Bauens in acht zentralen Konflikten auftreten. Diese Konflikte sind nicht gleichartig und stehen keineswegs im Widerspruch zueinander oder müssen unlösbar sein. In den meisten Fällen werden sie durch rechtliche oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen hergestellt, institutionalisiert oder sogar verschärft. Die oft undifferenzierte öffentliche Diskussion über Zielkonflikte verdeckt damit nicht nur die zugrunde liegenden Ziele, Zielbeziehungen oder politischen Maßnahmen der jeweiligen Konflikte, sondern auch die dringende Notwendigkeit einer umfassenden gesellschaftlichen Debatte darüber, wie nachhaltiges Bauen sinnvoll und ganzheitlich gestaltet werden kann.
Einfache Lösungen für die jeweiligen Konflikte sind kaum zu finden. Vielmehr erfordert es eine ganzheitliche Herangehensweise, um die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung langfristig zu erreichen. Zwar gibt es bereits eine Vielzahl an Lösungsstrategien, doch ihre Umsetzung hängt davon ab, die vielfältigen Akteure mit ihren teilweise kongruierenden Zielen, Interessen, Leitbildern und Abhängigkeiten bewusst einzubeziehen. Ebenso sind viele Konflikte nachhaltigen Bauens systematisch miteinander verknüpft. Die Zusammenhänge, Interdependenzen und Wechselwirkungen zwischen den jeweiligen Konflikten sind daher zu erkennen und zu berücksichtigen.
Die Lösung der Schaffung von bezahlbarem und ökologischem Wohnraum liegt beispielsweise nicht unbedingt im Neubau, sondern vielmehr in der Umnutzung, Sanierung und Nachverdichtung bestehender Gebäude, der effizienten Flächennutzung sowie der Förderung flexibler und gemeinschaftlicher Wohnmodelle. Damit sind zwei weitere Konfliktfelder angesprochen, die direkt mit der Schaffung von bezahlbarem und ökologischem Wohnraum verbunden sind. Ebenso ist auch die Begrenzung der Flächeninanspruchnahme für neues Bauland, um Versiegelung der Flächen entgegenzuwirken und Naturräume und die Biodiversität zu erhalten, nicht allein durch die Operationalisierung des bereits erwähnten „30-Hektar-Ziels“ der Bundesregierung zu erreichen. Damit verbunden sind auch die Pflege und Sanierung des Bestands sowie die Stärkung einer sozial gerechteren Wohnraumversorgung und -verteilung.
Gleichermaßen lassen sich kostenintensivere Erstinvestitionen nachhaltiger Bauprojekte, die sich ökologisch und ökonomisch über den Lebenszyklus rechnen würden, kurzfristig nur schwer durchsetzen. Eine Lebenszyklusanalyse kann dazu beitragen, den Konflikt zwischen den Erstinvestitionen und den Lebenszykluskosten objektiv zu bewerten und optimierte Entscheidungen für Baustoffe und Bauweisen zu treffen, aber sie allein kann das Spannungsverhältnis nicht auflösen. Dies begründet sich insbesondere in der Diskrepanz zwischen der betriebswirtschaftlichen Rentabilität – basierend auf den Marktpreisen – und den volkswirtschaftlichen Kosten, die die Gesamtkosten und den Nutzen wirtschaftlichen Handelns für die Gesellschaft einbeziehen, wie Umweltverschmutzungen, Klima- und Gesundheitsschäden. Zur Lösung dieses Konfliktes bedarf es einer Auflösung eines weiteren, institutionell verankerten Konflikts – nämlich zwischen Kreislaufwirtschaft und Abfallrecht. Durch die Wiederverwendung von Bauteilen und das Recycling von Baustoffen sowie Urban-Mining-Konzepte können beide Konflikte entschärft werden. Zudem kann dadurch auch der Konflikt Ressourcennutzung vs. langfristiger Umweltschutz gemildert werden, da Rückbau und Wiederverwendung Ressourcen schonen und Umweltbelastungen verringern.
Dies zeigt, Bauen ist ein mehrdimensionaler Prozess. Die Überwindung der einzelnen Konfliktfelder wird dadurch erschwert. Das heißt, es reicht auch nicht aus, nachhaltige Verfahren oder Baustoffe zu entwickeln und einzusetzen, die Stromversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen oder darauf zu hoffen, dass nachhaltigere rechtliche Rahmenbedingungen die Bauwende einleiten werden. Stattdessen müssen innovative Verfahren und Baustoffe, Formen des Bauens und des Recyclings mit neuen Formen des Wirtschaftens, nachhaltigeren politischen Leitlinien, innovationsfördernden Genehmigungsprozessen und einem soziokulturellen Wandel verbunden werden.
Die dringend benötigte nachhaltige Transformation des Bauens wird nur gelingen, wenn sich die Art und Weise, wie geplant, gebaut und reguliert wird, ändert. Für das Bauen der Zukunft braucht es die Entwicklung mehrdimensionaler Modelle und Lösungsoptionen. Dazu gehören auch ein gesellschaftliches Umdenken und Akzeptanz. Dies ist jedoch nur möglich, wenn Ressourcenschonung und Klimaschutz nicht nur als abstrakte Ziele, sondern als wichtige eigenständige Anliegen beim Bauen anerkannt werden.
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Autor:innen
Dr. Yuca Meubrink, yuca.meubrink@bbaw.de
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
HafenCity Universität Hamburg
www.bbaw.de/forschung/anders-bauen
Prof. Dr.-Ing. Ulrike Kuhlmann, ulrike.kuhlmann@ke.uni-stuttgart.de
Universität Stuttgart
www.ke.uni-stuttgart.de/institut/team/Kuhlmann-00005/
Prof. Dr.-Ing. Mike Schlaich, m.schlaich@sbp.de
schlaich bergermann partner, sbp
Technische Universität Berlin
www.sbp.de



