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Optigrün Systeme ermöglichen Zusammenspiel vonArchitektur, Ökologie und klimaresilienter Stadtentwicklung
Am Postbahnhof in Berlin entstand auf einem 7.800 m2großen Grundstück ein Gebäudeensemble, das historische Strukturen eines alten Bahnviadukts integriert und zugleich Maßstäbe für klimaangepasstes Bauen setzt. Dank eines durchdachten Regenwassermanagement und einer weitläufigen Gebäudebegrünung konnte der Anteil der an die Kanalisation angeschlossenen Flächen auf rund 1.030 m2reduziert werden− ein deutlicher Beitrag zur Entlastung der städtischen Infrastruktur und zur Verbesserung des Mikroklimas.
Retentionsdächer und eine intelligent gesteuerteDrossel als zentrale Elemente des Projekts
Von den 3.000 m2 Dachfläche wurden rund 2.700 m2 als Retentionsdächer ausgeführt. Diese dienen nicht nur der Speicherung und Nutzung von Regenwasser, sondern schaffen auch grüne Bereiche mit hoher Aufenthaltsqualität. Besonders hervorzuheben ist die Gestaltung der Mieterterrasse auf dem historischen Eisenbahnviadukt. Intensive Begrünung, Sitzbereiche und naturnahe Vegetation verbinden hier die industrielle Vergangenheit des Standorts mit einer grünen, lebenswerten Zukunft. Insgesamt erfüllt das Projekt die Vorgabe des Umweltamtes, mindestens 50 % der Dachfläche zu begrünen − und geht in seiner Umsetzung deutlich darüber hinaus. Das Regenwassermanagement wurde dabei technisch präzise auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt.
Um den anfallenden Niederschlag gezielt zurückzuhalten, verdunsten zu lassen und bei Bedarf kontrolliert abzuleiten, wurden die oberen Dachflächen mit statischen Ablaufdrosseln ausgestattet. Über Kapillarbrücken gelangt das gespeicherte Regenwasser in das darüberliegende Vlies, wo es gleichmäßig verteilt und anschließend vom Substrat aufgenommen wird. Auf diese Weise steht es der Vegetation kontinuierlich zur Verfügung. Das überschüssige Wasser fließt kaskadenartig von den einzelnen Dachflächen in den rund 30 cm starken Retentionsspeicher über dem historischen Eisenbahnviadukt. Dort sorgt die intelligent gesteuerte Drossel Smart Flow Control dafür, dass das System auf Wetterveränderungen reagieren kann. Sie erkennt bevorstehende Starkregenereignisse und reguliert den Abfluss des gespeicherten Wassers entsprechend der aktuellen Wetterprognosen und des Wasserstands in den Optigrün Retentionsboxen.
Überflutungsschutz und nachhaltige Bewässerung in einem System
Das Projekt macht sich die besonderen statischen Eigenschaften des historischen Eisenbahnviadukts zunutze. Die 30 cm starke Retentionsebene auf dem Viadukt kann bis zu 360 m3 Regenwasser zwischenspeichern.
Weitere rund 220 m3werden auf den Dachflächen des Neubaus zurückgehalten − zusätzlich zu dem Wasser, das in den Substratschichten der begrünten Flächen gespeichert wird. Darüber hinaus leitet ein Havarieüberlauf überschüssiges Wasser bei Extremniederschlägen kontrolliert in die ebenerdigen Freiflächen und sorgt gemeinsam mit den Optigrün Retentionsdächern für einen vollumfänglichen Überflutungsschutz. Durch dieses integrative Konzept konnte auf einen Regenwasseranschluss für die Dachflächen verzichtet werden. Das reduziert nicht nur die anfallenden Niederschlagswassergebühren, sondern entlastet gleichzeitig die städtische Kanalisation − ein Gewinn für Umwelt und Wirtschaftlichkeit. In heißen Sommermonaten stehen der Vegetation gleichermaßen große Mengen an Regenwasser zur Verfügung und die Ressource Trinkwasser kann zur Bewässerung der Pflanzen geschont werden. Die Realisierung einer derart fortschrittlichen Lösung setzt einen Auftraggeber voraus, der Kompetenz, Weitblick und Offenheit für neue Wege vereint − Eigenschaften, die in diesem Projekt entscheidend zum Erfolg beigetragen haben.
Sieger beim Wettbewerb „REGENIAL“ der Berliner Regenwasseragentur
Aufgrund der besonderen Faktoren des Bauvorhabens wurde das Projekt von der Berliner Regenwasseragentur beim Wettbewerb „REGENIAL – Ihr zukunftsweisendes Schwammstadtprojekt für unsere Schwammhauptstadt“ als Sieger ausgezeichnet. Die Jury des Wettbewerbs würdigte ausdrücklich die Kombination aus Denkmalschutz, multifunktionaler Dachlandschaft und intelligenter Steuerung der Wasserrückhaltung. Ihr Urteil zeigt: Wer Zukunft gestalten will, braucht Mut zur technischen Raffinesse und ökologischen Weitblick.










