Zirkuläres Bauen: Rohstoffe im Bestand nutzen und Kreisläufe schließen

Neue Empfehlungen des SRU für eine nachhaltige Bauwende


Prof. Claudia Kemfert, BM Verena Hubertz, BM Carsten Schneider, Prof. Christina Dornack und Prof. Claudia Hornberg; Foto: Umweltbundesamt / Czybik & Schmid Media / Laurin Schmid
Prof. Claudia Kemfert, BM Verena Hubertz, BM Carsten Schneider, Prof. Christina Dornack und Prof. Claudia Hornberg; Foto: Umweltbundesamt / Czybik & Schmid Media / Laurin Schmid

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) stellt in seiner Stellungnahme von April 2026 klar, dass der Bau- und Gebäudebereich umgehend einen Wandel braucht. In Deutschland werden mehr als ein Drittel aller Rohstoffe im Bau verwendet und über die Hälfte aller Abfälle entsteht beim Bauen und Rückbau. Zirkuläres Bauen, also die Planung, Ausführung und Dokumentation von Bauprojekten mit Rücksicht auf Materialkreisläufe, bietet große Chancen: Ressourcen und Fläche werden geschont, Klima und Umwelt profitieren langfristig, und auch die Kosten lassen sich über den gesamten Lebenszyklus senken. Besonders im Gebäudebestand steckt Potenzial – etwa 20 Millionen Wohngebäude können mittel- und langfristig über Sanierung, Modernisierung und Umbau ressourcenschonend weitergenutzt werden.

Der SRU empfiehlt mehrere Hebel für den Umbau der Branche: Digitale Gebäudepässe und Produktdatenbanken sollen den Überblick über verbaute Materialien erleichtern und Rückbau sowie Wiederverwendung unterstützen. Wissen über zirkuläres Bauen muss in Ausbildung, Studium und Praxis stärker verankert werden. Finanzielle Anreize wie eine Primärbaustoffsteuer oder Mehrwertsteuersenkungen für Sekundärprodukte sollen Marktzugänge verbessern. Die rechtliche Gleichstellung von gebrauchten und neuen Bauprodukten wird angestrebt, inklusive einer Abfallende-Regelung für hochwertige Sekundärbaustoffe. Auch die öffentliche Hand soll bei Bauprojekten Kreislauforientierung und Lebenszyklusanalysen konsequent voranbringen – zum Beispiel durch bevorzugte Vergabe an nachhaltige Angebote.


Empfehlungen für mehr Kreislaufgerechtigkeit im Bau- und Gebäudebereich, Quelle: SRU 2026
Empfehlungen für mehr Kreislaufgerechtigkeit im Bau- und Gebäudebereich, Quelle: SRU 2026

Mit konsequentem Umdenken und besserer Kooperation aller Akteure können die Materialkreisläufe im Bau künftig deutlich geschlossen werden. Zirkuläres Bauen wird so zur Schlüsselstrategie für Klimaschutz, Ressourcenschonung und eine zukunftsfähige Baukultur.

Zirkulär bauen: Bestand erhalten, Kreisläufe schließen

Stellungnahme
Sachverständigenrat für Umweltfragen April 2026
https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/04_Stellungnahmen/2024_2028/2026_04_Zirkulaer_bauen_Download.pdf?__blob=publicationFile&v=2

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