Durchgängige Digitalisierung im kommunalen Tiefbau

Best-Practice-Baustelle zeigt Bedeutung digitaler Prozesse für nachhaltiges Bauen



Auf Einladung der Bauwirtschaft Baden-Württemberg informierte sich Innenminister Thomas Strobl Ende Februar in St. Johann-Bleichstetten über eine Best-Practice-Baustelle, die zeigt, wie sich durchgängige Digitalisierung bereits heute im kommunalen Tief- und Straßenbau umsetzen lässt. Im Zentrum standen digitale Datenmodelle, die den gesamten Bauprozess – von der Planung bis zur Dokumentation – ohne Medienbrüche abbilden.

Die vorgestellte Arbeitsweise ermöglicht nicht nur effizientere Abläufe, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Bauwesen. Digitale Geländemodelle dienen als gemeinsame Datengrundlage für alle Beteiligten und reduzieren Planungsfehler, unnötige Materialbewegungen und Mehrfacharbeiten. Durch die kontinuierliche Erfassung des Baufortschritts entsteht ein strukturiertes As-built-Modell, das Kommunen langfristig für Unterhaltung, Sanierung und zukünftige Maßnahmen nutzen können – eine Voraussetzung für nachhaltige Lebenszyklusbetrachtungen und ressourcenschonende Entscheidungen.

Im Gespräch wurde deutlich, dass digitale Prozesse nicht nur die Produktivität erhöhen, sondern helfen, Material- und Energieeinsatz präziser zu steuern. Damit lassen sich CO₂-Emissionen verringern, da weniger Nacharbeiten, kürzere Bauzeiten und besser abgestimmte Abläufe entstehen. Die Bauwirtschaft betonte, dass Standards und einheitliche Leitplanken notwendig sind, um digitale Verfahren flächendeckend einzuführen und so nachhaltige Bauweisen systematisch zu stärken.

Minister Strobl hob hervor, dass Baden-Württemberg seine Innovationskraft nur sichern könne, wenn Digitalisierung „auf die Straße“ gebracht werde. Entscheidend sei das konsequente Anwenden bereits verfügbarer Technologien, um Bauprozesse wirtschaftlicher, transparenter und ressourceneffizienter zu gestalten.

Zum Abschluss wurde ein gemeinsames Positionspapier überreicht, das die Unterstützung der Kommunen bei der Einführung digitaler Methoden fordert. Ziel ist es, Planungs- und Bauprozesse zu beschleunigen, Kosten zu reduzieren und Nachhaltigkeit sowie Lebenszyklusbetrachtungen zum festen Bestandteil kommunaler Projekte zu machen.

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