Eindrücke von der Messe und Konferenz für die industrielle Kreislaufwirtschaft

Ein Kreis bleibe immer noch Linie. Nötig sei räumliches Denken war Prof. Dr. Michael Braungarts Impuls auf der Hauptbühne der Convention.
Nachhaltigkeit in Kreisen, in Zyklen zu denken, kann in dieselben Sackgassen führen wie konventionelle Entwicklungen. Zum Beispiel, eine Hotelkette, die Bettwäsche bezieht, die neben Baumwolle 10% Polyesterfasern enthält und deswegen 200 statt 150 Wäschen lang hält. Ein Problem ist gelöst und verursacht zwei gravierend neue, denn mit jeder Wäsche landet nicht abbaubares Mikroplastik in unseren Gewässern und am Lebensende stellt das Recycling eine Herausforderung dar. Braungart konstatiert: less bad is not good.
Mit großem Realismus stellt Talke Schaffrannek, BASF, vor, dass es ein 10 Jahre dauernder Prozess gewesen sei, im Unternehmen für das Thema Kreislaufwirtschaft zu begeistern, Pilotvorhaben umzusetzen und marktfähige Produkte zu generieren. Es sei relevant zu beobachten, wie weit China durch massive staatliche Förderung mit seinen Entwicklungen kommt. Es braucht mutige Förderungen von Innovationen und funktionierende Pilotprojekte.
Die Stände waren konkret und pragmatisch. Die leisesten oft am überraschendsten. Erfreulich, dass sich Industrie und engagierte Kommunen zeigen, allen voran Wuppertal mit Unternehmen, aber auch die Stadt selbst mit ihrem im Müllheizkraftwerk produzierten Wasserstoff für städtische Linienbusse und die Müllabfuhr.
Engagiert und ermutigend war der Vortrag von Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klima, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Er erläuterte das Aktionsprogramm seines Hauses zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NWKS) und das dazugehörige Aktionsprogramm. Er und Oliver Krischer, Umweltminister in NRW, riefen dazu auf, die Transformation zur Kreislaufwirtschaft als gemeinsame Aufgabe zu verstehen, Kräfte zu bündeln und Synergien zu schaffen.
Der Besuch war lohnenswert und macht deutlich, hier liegt ein immenses Potenzial.
Eindrücke von Ute Reeh

