Innovationszentrum in Kaiseraugst vereint Forschung und Arbeitswelt

Mit dem Neubau eines Laborgebäudes und der Umgestaltung eines bestehenden Hochhauses hat DSM-firmenich am Standort Kaiseraugst ein Innovationszentrum geschaffen, in dem Forschungs- und Entwicklungsbereiche erstmals räumlich zusammengeführt werden. Der langgestreckte Baukörper mit transparenten Fassaden ist dabei nicht nur Ausdruck einer offenen Arbeitskultur, sondern unterstützt auch eine effizientere Nutzung von Flächen und Ressourcen.
Das räumliche Konzept basiert auf der engen Verzahnung von Labor- und Bürobereichen. Entlang einer zentralen Achse sind diese Funktionen direkt gegenüberliegend angeordnet, sodass Wege kurz bleiben und Arbeitsprozesse gebündelt werden. Diese Nähe reduziert interne Wegezeiten und vereinfacht Abläufe, was sich mittelbar auch auf den Energieverbrauch auswirkt. Offene Treppen und gemeinschaftlich genutzte Bereiche fördern zusätzlich die interne Kommunikation und verringern den Bedarf an dezentralen Flächen.

Eine zentrale Rolle spielt die Verwendung von gläsernen Trennwandsystemen, die visuelle Offenheit mit funktionalen Anforderungen verbinden. Sie ermöglichen Tageslichtnutzung über größere Tiefen hinweg und tragen so zur Reduzierung künstlicher Beleuchtung bei. Gleichzeitig erfüllen sie hohe Anforderungen an Schall-, Brand- und Hygieneschutz, die insbesondere in Laborumgebungen notwendig sind. Die gewählte Systemlösung erlaubt zudem eine flexible Anpassung an unterschiedliche Nutzungsszenarien und kann bei veränderten Anforderungen rückgebaut oder umkonfiguriert werden, was langfristig Materialeinsatz und Umbauaufwand reduziert.
Auch in den Bürobereichen wird auf eine differenzierte Raumstruktur gesetzt. Kleine Rückzugsräume für konzentriertes Arbeiten sind in die offenen Flächen integriert und ermöglichen eine bedarfsgerechte Nutzung ohne zusätzliche Gebäudeflächen. Die Kombination aus offenen Zonen und abgeschlossenen Bereichen führt zu einer effizienteren Auslastung der vorhandenen Infrastruktur. Materialien wie Holzoberflächen setzen dabei warme Akzente und tragen zur Aufenthaltsqualität bei, ohne den funktionalen Charakter der Arbeitsumgebung zu überlagern.

Das erste Obergeschoss fungiert als zentraler Begegnungsort mit gemeinschaftlich genutzten Flächen, Aufenthaltszonen und Besprechungsbereichen. Die direkte Anbindung an das Bestandsgebäude stärkt die Vernetzung innerhalb des Standorts und vermeidet parallele Strukturen. Besucher und Mitarbeitende bewegen sich durch eine zusammenhängende Raumlandschaft, die Austausch fördert und gleichzeitig eine klare Orientierung bietet.
Insgesamt zeigt das Projekt, wie durch bauliche Verdichtung, flexible Raumlösungen und die gezielte Nutzung von Transparenz ein Arbeitsumfeld entstehen kann, das sowohl funktionale als auch nachhaltige Anforderungen erfüllt. Die Verbindung von Labor und Büro in einer integrierten Struktur steht dabei exemplarisch für einen Ansatz, der Effizienz, Anpassungsfähigkeit und Ressourcenschonung miteinander verknüpft.


