Globaler Erdüberlastungstag: Warnung vor wachsender ökologischer Schuldenlast  

Moore, Wälder und Auen wiederherstellen, um Lebensgrundlage zu sichern  

Am 24. Juli ist der globale Erdüberlastungstag oder Earth Overshoot Day. Ab diesem Tag leben wir ökologisch auf Pump – mit fatalen Folgen für Klima, Biodiversität und unsere natürlichen Lebensgrundlagen. In diesem Jahr ist der Earth Overshoot Day sogar noch einen Tag früher als im vergangenen Jahr – ein Alarmsignal, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger:   

„In nur sieben Monaten hat die Weltbevölkerung sämtliche natürlichen Ressourcen verbraucht, die der Planet innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Dass der Erdüberlastungstag erneut früher fällt, ist ein Beleg dafür, dass wir unseren Planeten systematisch überfordern. Wohlhabende Industrieländer wie Deutschland tragen hier eine besondere Verantwortung. Unser übermäßiger Ressourcenverbrauch befeuert globale Krisen und zerstört die Grundlagen zukünftigen Lebens. Nur wenn Produktion und Konsum deutlich umweltverträglicher werden, können wir die Erde dauerhaft entlasten. “ 

Laut NABU braucht es ein entschiedenes politisches und wirtschaftliches Umdenken sowie einen tiefgreifenden Wandel in unseren Lebens- und Wirtschaftsweisen. Gefordert ist eine Abkehr vom Wachstumsparadigma hin zu einer ressourcenschonenden, suffizienten Lebensweise mit bewussterem Konsum, nachhaltiger Mobilität sowie einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig müsse der Umgang mit natürlichen Ressourcen – von Energie und Rohstoffen bis hin zu Böden und Wasser – deutlich naturverträglicher werden. Unverzichtbar sei zudem der Schutz und die Wiederherstellung gesunder Ökosysteme wie Moore, Wälder, Auen und Meere. Diese tragen als CO₂- und Wasserspeicher sowie Lebensräume für unzählige Arten entscheidend bei zur Stabilisierung des Klimas und zur Abfederung extremer Wetterereignisse.  

Mit der sogenannten EU-Wiederherstellungsverordnung liegt bereits eine solide gesetzliche Grundlage auf dem Tisch, mit der zerstörte Ökosysteme wieder in einen guten Zustand versetzt werden können, so Krüger weiter: „Das EU-Renaturierungsgesetz ist eine historische Chance, den Trend der Naturzerstörung umzukehren. Die Mitgliedstaaten, allen voran Deutschland, müssen dieses Gesetz jetzt mit Entschlossenheit umsetzen und klare Ziele zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme formulieren.“  

 

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