Die Finalisten der DGNB Sustainability Challenge 2026 stehen fest

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat die Finalisten der Sustainability Challenge 2026 bekanntgegeben. Aus über 120 Bewerbungen wurden zehn Projekte in den Kategorien Innovation, Start-up und Forschung ausgewählt. Zusätzlich vergab die Jury zwei Sonderpreise für studentische Arbeiten. Die Bandbreite der Einreichungen reicht von regenerativen Baumaterialien über neue Konstruktionsmethoden bis hin zu innovativen Konzepten der Energie- und Wassernutzung. Am 4. Mai präsentieren sich alle Finalisten in einer digitalen Pitch-Veranstaltung, die Gewinner werden am 17. Juni beim DGNB Tag der Nachhaltigkeit in Stuttgart bekanntgegeben.
In der Kategorie Innovation wurden vier Projekte nominiert, die unterschiedliche Aspekte nachhaltiger Material- und Bauweisen verbinden. ClayTec überzeugte mit einem wasserlöslichen Lehm-Dünnbettmörtel, der ermöglicht, Ziegel- und Massivwände vollständig zurückzubauen. Girnghuber erreichte mit dem GIMA-Lehmhochlochziegel das Finale, einem recyclebaren Mauerstein aus natürlichem Lehm, der erstmals bis Gebäudeklasse 5 zugelassen ist. Das Ingenieurbüro sbp und die thomas gruppe entwickelten mit concap eine seriell gefertigte Kappendecke, die durch ihre Gewölbeform rund 50 Prozent Beton einspart. Optigrün komplettiert die Kategorie mit einer neuartigen Wasserbilanzsteuerung, die durch ein vernetztes Regenwassermanagement gezielt Überflutungsrisiken und Hitzeeinwirkungen reduziert.
Drei junge Unternehmen wurden in der Kategorie Start-up nominiert. Earthbound nutzt Aushubmaterial zur Herstellung ungebrannter, vollständig zirkulärer Lehmbaustoffe. Ecalia steigert mit einem innovativen Kompressor-Entspanner-System die Effizienz von Wärmepumpen – insbesondere für Bestandsgebäude. LIGARO aus Hannover entwickelt fossilfreie, ungiftige Klebstoffe aus pflanzlichen Industrie-Reststoffen und schafft damit Alternativen für Holz- und Verbundwerkstoffe.
Auch in der Forschungskategorie spiegelt die Auswahl die Vielfalt aktueller Nachhaltigkeitsansätze wider. Die Gesamtkoordination des Projekts CO₂-neutrales Welterbe Speicherstadt Hamburg liegt bei HHLA Immobilien. Ziel ist es, das historische Quartier bis 2050 vollständig CO₂-neutral zu betreiben. Mit EvaSteel forscht die RWTH Aachen an einer Methode, um die Wiederverwendbarkeit von Stahlbauteilen anhand digitaler Bauteilpässe umfassend zu bewerten. Das Projekt Timber Earth Slab der TU München entwickelt ein hybrides Holz-Lehm-Bausystem, das durch Kombination beider Materialien und digitale Produktionsprozesse für den mehrgeschossigen Holzbau optimiert wird.
Zwei studentische Projekte wurden mit Sonderpreisen ausgezeichnet. Die TU Braunschweig erhält den ersten Preis für reziproof, ein Projekt, das mithilfe digitaler Planung und robotischer Fertigung Krummholz als Tragwerkselemente nutzbar macht. Julia Bakucz vom KIT wird für ihre Masterarbeit Terratorium geehrt, in der sie am Beispiel des Wiederaufbaus nach einem Erdbeben in Marokko 2023 zeigt, wie Lehmbauweisen eine nachhaltige und widerstandsfähige Alternative zum kostenintensiven Stahlbeton darstellen können.
Alle Finalisten präsentieren ihre Projekte am 4. Mai in einer digitalen Veranstaltung. Auf dem DGNB Tag der Nachhaltigkeit am 16. und 17. Juni in Stuttgart werden die Gewinner bekannt gegeben und alle Projekte live vorgestellt. Zusätzlich wird ein Publikumspreis vergeben, der sich aus Online-Voting und Vor-Ort-Abstimmung zusammensetzt.
Nachfolgend alle Finalisten der DGNB Sustainability Challenge 2026 im Überblick:
Kategorie Innovation:
• concap – seriell gefertigte Kappendecke aus Beton (sbp und thomas gruppe)
• Lehm-Dünnbettmörtel (ClayTec)
• GIMA-Lehmhochlochziegel (Girnghuber)
• Wasserbilanzsteuerung (Optigrün)
Kategorie Start-up:
• Ecalia, Stuttgart
• Earthbound, Berlin
• LIGARO, Hannover
Kategorie Forschung:
• CO₂-neutrales Welterbe Speicherstadt Hamburg (HHLA Immobilien, Forschungszentrum Jülich, Universität Stuttgart u. a.)
• EvaSteel – Methodik zur Evaluierung der Wiederverwendbarkeit von Stahlbauteilen (RWTH Aachen)
• Timber Earth Slab (TU München)
Studentische Sonderpreise:
• reziproof (TU Braunschweig)
• Terratorium (Julia Bakucz, KIT)
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