Construct-X schafft die Datengrundlage für ­nachhaltiges Bauen

Nachhaltigkeit ist längst zu einem zentralen Maßstab für die Bauwirtschaft geworden. Neue regulatorische Anforderungen wie die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate & Sustainability Reporting Directive, CSRD), die EU-Taxonomie sowie die Verankerung von Ökobilanzen im Förderrecht verlangen immer präzisere Nachweise über Materialien, Prozesse und Umweltwirkungen von Bauprojekten. Darüber hinaus kann eine Ökobilanzierung von Auftraggebern gefordert und als Vergabekriterium herangezogen werden.

Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis ein grundlegendes Problem: Die für die Ökobilanzierung bzw. für alle Anforderungen rund um die Nachhaltigkeit benötigten Informationen liegen meist bei vielen verschiedenen Beteiligten – von Produktherstellern über Nachunternehmer bis hin zu Bauunternehmen – und werden häufig erst am Ende eines Projekts manuell zusammengetragen. Das führt zu hohem administrativem Aufwand, lückenhaften Daten und erheblicher Unsicherheit bei der Bewertung der tatsächlichen Umweltwirkungen eines Bauwerks.

Hier setzt das Forschungsprojekt Construct-X an. Ziel ist der Aufbau eines offenen und föderierten Datenraums für die Bauwirtschaft, in dem projektbezogene Informationen sicher und kontrolliert zwischen den beteiligten Akteuren ausgetauscht werden können. Für die Nachhaltigkeit bedeutet das einen grundlegenden Wandel: Umweltrelevante Daten werden nicht mehr erst im Nachhinein gesammelt, sondern entstehen kontinuierlich entlang des Bauprozesses und können direkt miteinander verknüpft werden.

Ein Beispiel ist die Bauausführung auf der Baustelle selbst. Energieverbräuche von Baumaschinen können künftig laufend erfasst und für die Berechnung von Umweltkennwerten genutzt werden. Gleichzeitig lassen sich digitale Lieferscheine der angelieferten Produkte – inklusive Mengen und Materialinformationen – über den Datenraum bereitstellen. Dadurch wird nachvollziehbar, welche Materialien tatsächlich verbaut wurden und in welchen Mengen sie in die Nachhaltigkeitsbewertung einfließen müssen.

Der entscheidende Mehrwert entsteht durch die Aufbereitung der erfassten Materialströme auf der Baustelle unter Referenzierung der vorhandenen Umweltinformationen. So müssen die Daten am Ende nicht mühsam rekonstruiert werden, sondern werden im Laufe des Bauprojektes gesammelt.

Construct-X schafft damit eine digitale Grundlage, auf der Nachhaltigkeit im Bau präziser, transparenter und effizienter bewertet werden kann. Für die Bauwirtschaft bedeutet das weniger administrativen Aufwand, verlässlichere Daten und eine bessere Grundlage, um ökologische Anforderungen künftig systematisch in Planung, Ausführung und Betrieb von Bauwerken zu integrieren.

Weitere Informationen: https://construct-x.org

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