
Glas weist aufgrund seiner energieintensiven Herstellung einen hohen Anteil sogenannter „grauer Energie“ auf und beeinflusst über seine bauphysikalischen Eigenschaften den Energiebedarf von Gebäuden im Betrieb. In Deutschland sind derzeit noch über 150 Mio. Fenstereinheiten mit unbeschichteten Zweifach-Isoliergläsern verbaut, die in den kommenden Jahren ersetzt werden müssen. Die Aufbereitung, Ertüchtigung und erneute Nutzung ausgebauter Glasscheiben bieten ein erhebliches Potenzial zur Reduktion von CO2-Emissionen. Der Beitrag untersucht anhand aktueller Fallstudien, wie ein solches Vorgehen technisch umgesetzt werden kann. Zentrale Aspekte sind der Umgang mit der visuellen Qualität und die Bestimmung der Festigkeit ausgebauter Glasscheiben sowie die Herstellung neuer Isolierglaseinheiten unter Verwendung dieser Bestandskomponenten. Die Ergebnisse zeigen, dass Remanufacturing-Konzepte einen wirksamen Ansatz darstellen, um Materialkreisläufe im Bereich Flachglas zu schließen und Ressourcen zu schonen.
Wernli, S.; Scholz, H. I.; Schuster, M.; Teich, M. (2026) Vom Fenster zur Ressource – Glas im Wandel zur zirkulären Baukomponente. Stahlbau 95, Sonderheft Glasbau & Fassade, Ausgabe 1, S. 16–26. https://doi.org/10.1002/stab.70081

