Neuer Szenariorahmen für die Klimamodellierung im CMIP7

Aktualisierte Emissionspfade und Modellansätze präzisieren die Analyse zukünftiger Klimaverläufe


Vorgeschlagene Szenarien für CMIP7 ScenarioMIP, welche die Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Zeitverlauf für jedes der vorgeschlagenen Szenarien zeigen (basierend auf dem GWP-100)
Vorgeschlagene Szenarien für CMIP7 ScenarioMIP, welche die Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Zeitverlauf für jedes der vorgeschlagenen Szenarien zeigen (basierend auf dem GWP-100)

Ein aktuell viel diskutierter Aufsatz von Detlef P. Van Vuuren et al. in der Fachzeitschrift Geoscientific Model Development beschreibt wissenschaftlich nüchtern den ergänzten Szenariorahmen für das Scenario Model Intercomparison Project (ScenarioMIP) im Rahmen des Coupled Model Intercomparison Project Phase 7 (CMIP7), das eine zentrale Grundlage für die internationale Klimaforschung und zukünftige IPCC-Berichte bildet. Szenarien spielen dabei eine entscheidende Rolle, da sie ermöglichen, unterschiedliche Entwicklungen des Klimasystems, deren Auswirkungen sowie gesellschaftliche Reaktionen wie Emissionsminderung und Anpassungsmaßnahmen systematisch zu untersuchen.

Im Vergleich zu früheren Modellgenerationen wurde der neue Rahmen in enger Abstimmung mit der wissenschaftlichen Community und einer breiten Nutzergruppe entwickelt. Ziel ist es, ein konsistentes und zugleich flexibles Set von Szenarien bereitzustellen, das unterschiedliche mögliche Zukunftspfade abbildet. Dabei werden drei grundlegende Kategorien unterschieden: Szenarien mit hohen Treibhausgasemissionen zur Untersuchung extremer Klimarisiken, mittlere Szenarien, die sich an derzeitigen politischen Entwicklungen orientieren, sowie ambitionierte Szenarien mit niedrigen Emissionen, die an internationale Klimaziele angelehnt sind.

Ein zentrales Merkmal dieser neuen Szenarien ist ihre unterschiedliche Entwicklung der Emissionen im Verlauf des 21. Jahrhunderts. Einige Pfade gehen davon aus, dass Emissionen ihren Höhepunkt erreichen und anschließend wieder sinken, während andere weiterhin höhere Belastungen des Klimasystems annehmen. Damit wird der Unsicherheitsraum möglicher zukünftiger Entwicklungen realistischer abgebildet als in früheren Modellgenerationen.

Eine wichtige methodische Neuerung besteht darin, dass viele Szenarien möglichst emissionsgetrieben durchgeführt werden sollen. Das bedeutet, dass die Modelle direkt mit Emissionsdaten statt mit vorgegebenen Konzentrationen von Treibhausgasen arbeiten. Dieser Ansatz erlaubt eine genauere Darstellung von Wechselwirkungen im Erdsystem und verbessert die Vergleichbarkeit der Modellresultate.

Darüber hinaus umfasst der neue Rahmen langfristige Erweiterungen der Szenarien bis zum Jahr 2500. Diese langfristige Perspektive soll helfen, Prozesse mit sehr langen Zeitskalen besser zu verstehen, etwa die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels, mögliche Kipppunkte sowie Fragen der (Ir-)Reversibilität von Veränderungen im Erdsystem.

Insgesamt bildet der Beitrag die Grundlage für die weitere Ausarbeitung konkreter Emissions- und Landnutzungspfade, die in Erdsystemmodellen eingesetzt werden. Gleichzeitig schafft er die Basis für zusätzliche Varianten, die speziell für die Analyse von Anpassungs- und Minderungsstrategien entwickelt werden. Damit stellt der neue Szenariorahmen einen wichtigen Schritt dar, um zukünftige Klimaprojektionen konsistenter, realistischer und anwendungsnäher zu gestalten.

Detlef P. Van Vuuren et al. (2026) The Scenario Model Intercomparison Project for CMIP7 (ScenarioMIP-CMIP7) GMD, 19, 2627–2656
https://doi.org/10.5194/gmd-19-2627-2026

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