Bundesingenieurkammer ist assoziierte Partnerin von Construct-X


Quelle: BIngK
Quelle: BIngK

Mit Construct-X adressiert die deutsche Bauwirtschaft eines ihrer strukturellen Kernprobleme: die geringe Digitalisierungstiefe entlang der Wertschöpfungskette. Das vom Bund und der Europäischen Union (EU) geförderte Konsortium vereint Akteure aus Bauindustrie, Handwerk, IT, Forschung und Verbänden mit dem Ziel, eine interoperable, souveräne Dateninfrastruktur für Planung, Ausführung und Betrieb von Bauwerken zu etablieren. Der Fokus liegt weniger auf Einzelanwendungen als auf der Entwicklung eines technologischen Fundamentes für skalierbare, datengetriebene Prozesse im Bauwesen. Seit Ende 2025 ist die Bundesingenieurkammer assoziierte Partnerin und Teil des Netzwerkes.

Digitale Referenzarchitektur für die industrielle Transformation der Bauwirtschaft

Im Zentrum steht der Aufbau föderierter Datenräume auf Basis einer Cloud-Edge-Referenzarchitektur. Bislang dominieren proprietäre Systeme, Medienbrüche und fragmentierte Informationsflüsse, die Produktivität, Qualitätssicherung und Projektsteuerung beeinträchtigen. Construct-X entwickelt hierfür offene Schnittstellen, standardisierte Datenmodelle und Sicherheitsmechanismen, um projektbezogene Informationen über Unternehmensgrenzen hinweg nutzbar zu machen – bei gleichzeitiger Wahrung der Datensouveränität der Beteiligten.

Grundlage für digitale Zwillinge oder Echtzeit-Monitoring

Aus ökonomischer Perspektive adressiert Construct-X zentrale Effizienzhebel: Reduktion von Transaktionskosten, Erhöhung der Planungssicherheit und Optimierung operativer Abläufe. Durchgängige Datenverfügbarkeit ermöglicht präzisere Termin-, Kosten- und Ressourcensteuerung, minimiert Nachtragsrisiken und verbessert die Integration von Lieferketten. Gleichzeitig schafft die Plattform die Grundlage für weiterführende Anwendungen wie Echtzeit-Monitoring, digitale Zwillinge oder KI-gestützte Bauablaufoptimierung.

Der Zusammenschluss ist industriepolitisch relevant, da die Bauwirtschaft trotz hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung bislang geringe Produktivitätszuwächse verzeichnet. Construct-X setzt hier auf kollektive Standardbildung statt Insellösungen und positioniert sich als Enabler für eine wettbewerbsfähige, resilientere Bauindustrie im europäischen Marktumfeld.

Zu den Partnern zählen unter anderem HOCHTIEF, STRABAG, buildingSMART Deutschland, Fraunhofer-Institute, Hochschulen sowie Verbände wie die Bundesingenieurkammer. Die Kombination aus industrieller Umsetzungskompetenz, technologischer Entwicklung und normativer Expertise soll sicherstellen, dass Construct-X nicht nur Forschungsprojekt bleibt, sondern zur marktrelevanten Infrastruktur für das digitale Bauen wird.

EU-Strategie: Stärkung der digitalen Souveränität

Construct-X wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Europäischen Union und ist Teil der EU-Initiative IPCEI-CIS, Important Project of Common European Interest – Next Generation Cloud Infrastructure and Services. Construct-X ist damit Teil der EU-Strategie zur Stärkung der digitalen Souveränität Europas.

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