Transformation der Bau- und Immobilienbranche – gemeinsam

Portrait Dr. Bernhard Hauke
Dr. Bernhard Hauke
Quelle: Renate Schildheuer

Wer initiiert denn heute noch eine Fachzeitschrift für das Bauen und dann auch noch eine gedruckte? Die Zeitschrift nbau. Nachhaltig Bauen ist neu und begleitet die Transformation der Bau- und Immobilienbranche hin zu nachhaltigem und zirkulärem Denken und Handeln. Für den Bausektor heißt Nachhaltigkeit ökologisch, sozial und ökonomisch ganzheitlich Planen, Bauen und Betreiben. Des Pudels Kern ist also die ganzheitliche Betrachtungsweise. Doch genau hier liegt oft noch der Hase im Pfeffer. Nachhaltige Architektur kann nicht von Architekt:innen allein gemacht werden; es bedarf auch essenziell der Ingenieurfertigkeiten. Alle schöne Planung ist graue Theorie, wenn Bauprodukte und Bauausführung nicht dazu passen. Und selbst wenn all dies zusammenpasst, aber die Nutzer und Betreiber damit nicht zurechtkommen, ist noch immer wenig erreicht. Die nbau wird alle Aspekte einer nachhaltigen Baubranche betrachten, will insbesondere die Silos des sektoralen Denkens zum Tanzen bringen. Nur gemeinsam wird die Veränderung der Bauwelt nachhaltig gelingen.

Das Themenspektrum der nbau reicht von Stadt- und Raumplanung, Projektentwicklung und Architektur über alle Ingenieurleistungen bis hin zu Baustoffherstellung, Bauausführung und Facility Management mit all den unterschiedlichen Akteur:innen. Nur mit aktuellen Informationen zu allen Aspekten des nachhaltigen Bauens werden wir den gesellschaftlichen Anforderungen einer ökologisch-sozialen Transformation gerecht werden können.

Mit aktuellen Trends aus Wissenschaft und angewandter Forschung, Best-Practice-Beispielen, neuen Produkten, Methoden und Bewertungsverfahren sowie den entsprechenden Anforderungen aus Politik und Verwaltung hat die nbau eine breite fachliche Basis. Dazu kommen Meinungsbeiträge sowie Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten zu angesagten Themen. Nur durch einen wissensbasierten Innovationsschub mit Lebenszyklusbetrachtung, Digitalisierung etc. können die anspruchsvollen Ziele für Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft oder Ressourceneffizienz erreicht werden.

Ziel der nbau ist es, von den Vorreitern über die Wissenschaft hin zur ganzen Breite der Planungs-, Ausführungs- und Betriebspraxis die gesamte Bau- und Immobilienbranche zu adressieren und übergreifend zu informieren. Alle Anwendungsgebiete der Branche und alle Baustoffe werden auch zukünftig gebraucht, neue werden dazukommen. Aber die Methoden der Planung und Herstellung müssen überdacht, weiterentwickelt und oft auch deutlich verändert werden. Nur wenn wir möglichst alle mitnehmen, werden wir auch die Transformation der gesamten Bau- und Immobilienbranche mit deren gewaltigen Ressourcenströmen in Realität erreichen.

Der Gedanke, die Silos gemeinsam zum Tanzen zu bringen, ist die Grundidee für die neue Fachzeitschrift nbau. Nachhaltig Bauen. Los geht es pragmatisch mit gedruckten Heften, auch wenn möglichst alle Informationen zeitnah ebenso unter www.nbau.org online verfügbar sein sollen. Und perspektivisch wünsche ich mir, dass die nbau effizient rein digital sein wird. Nun liegt das erste Heft vor. Werner Sobek blickt in einem grundlegenden Essay auf das Bauen in der Zukunft. Mit dem Wissenschaftler und Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind habe ich über die ambitionierte Transformation der Großstadt ­gesprochen. Mit Einfach Bauen und der Casa Rossa werden der Gewinner und ein Finalist des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Architektur 2021 genauer vorgestellt. Ergänzt wird das mit Berichten zu möglichst klimaneutralem Stahlbau, zur Nachhaltigkeitsnormung oder zur nachhaltigen Baustelle. Mit einem Übersichtsaufsatz zu biobasierten Werkstoffen wird ebenso wie mit dem LAB – Lausitz Art of Building ­Forschungszentrum ein Blick in die Zukunft geworfen. Das alles und noch viel mehr gibt es in der nbau 1/2022. Lasst uns die Transformation der Bau- und Immobilienbranche angehen – gemeinsam.

Dr. Bernhard Hauke
nbau Chefredakteur