Eis gegen Heiss 

Wie wir uns an die Folgen des Klimawandels anpassen müssen  

Das Buch Eis gegen Heiss bietet eine bemerkenswert umfassende und praxisnahe Darstellung der Klimaanpassung – ein Thema, das für die gebaute Umwelt zunehmend an Relevanz gewinnt. Die Autor:innen Christian Serrer, Karoline Möller, Lukas Neuwirth und Franziska Koert legen gemeinsam mit über 70 Wissenschaftler:innen ein interdisziplinäres Kompendium vor, das sowohl wissenschaftlich fundiert als auch gestalterisch zugänglich ist. 

Das Werk führt fundiert in die Ursachen und Folgen der globalen Erwärmung ein, bevor es sich detailliert den Anpassungsmaßnahmen widmet – sowohl auf gesamtgesellschaftlicher als auch auf individueller Ebene. Besonders relevant für den Bausektor sind die Kapitel zu Städten und Gebäuden, Infrastruktur, Wasserwirtschaft, Gesundheitsschutz und der Versicherbarkeit von Immobilien. 

Die Autor:innen zeigen auf, wie sich bauliche Maßnahmen gezielt gegen Extremwetterereignisse wie Hitze, Starkregen, Überschwemmungen und Sturm wappnen lassen. Von der Schwammstadt über hitzeresistente Fassaden bis hin zu Hochwasserschutzsystemen – die vorgestellten Lösungen sind nicht nur technisch fundiert, sondern auch ökonomisch und sozial durchdacht. 

Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung des Wärmeinseleffekts in Städten. Die Autor:innen plädieren für eine Kombination aus Begrünung, Luftleitbahnen, Verdunstungskühlung und baulicher Verschattung. Für Stadtplaner:innen und kommunale Bauverwaltungen bietet das Buch damit eine anschaulich illustrierte Kommunikationshilfe zur Gestaltung klimaresilienter Quartiere. 

Die Kapitel zu Versicherbarkeit, Materialwahl, Gebäudetechnik und Nachbarschaftshilfe zeigen, wie sich Bauherr:innen, Architekt:innen und Investor:innen auf neue Risiken einstellen können. Hervorzuheben ist die klare Sprache, die auch komplexe Zusammenhänge verständlich macht – ein Pluspunkt für die Kommunikation mit Bauherr:innen und Stakeholdern. 

Eis gegen Heiss ist eine leicht verständliche Handlungsanleitung – vergleichbar mit einem erweiterten Notfallplan – und bietet konkrete Impulse für die Integration von Klimaanpassung in Planung, Entwurf und Ausführung. Es ist ein wertvoller Beitrag zur klimaresilienten Transformation unserer gebauten Umwelt und sollte in keinem Büro fehlen, das zukunftsfähig bauen und darüber verständlich kommunizieren will. 

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