CO2-Reduktion in der gebauten Umwelt

Von der Formulierung strategischer Leitlinien bis zur Planung und Umsetzung

Es werden Ansätze, Strategien und Instrumente zur CO2-Reduktion in der gebauten Umwelt behandelt. Dabei wird die frühzeitige Einbindung der CO2-Thematik in der Leistungsphase 0 bzw. Projektkonzeption betrachtet, in der die Zielsetzung eines Projekts festgelegt wird. In dieser Phase können ausschlaggebende Leitlinien zur Reduktion grauer sowie Betriebsemissionen formuliert werden, die wesentlich die Ausschreibung und Umsetzung eines Projekts beeinflussen. Ebenso wird erläutert, wie im weiteren Fortschritt das Erreichen von CO2-Zielen unterstützt und auch gewährleistet werden kann. Dabei liegt der Fokus auf der Berechnung des globalen Erwärmungspotenzials (GWP) von Tragwerkskonstruktionen, da CO2 hier in besonderem Maße durch seine Baumasse relevant ist. Es wird diskutiert, in welcher Leistungsphase solche Berechnungen und Betrachtungen sinnvoll sind, um einen Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten. Anhand eines aktuell in der Erstellung befindlichen Bürogebäudes werden Tragwerkskonzepte in Bezug auf ihre Ökobilanz gegenübergestellt. Das Bauwesen ist verantwortlich für ca. 40 % der globalen CO2-Emissionen. Als Ingenieur:innen haben wir die Verantwortung und Möglichkeiten, diesen Wert wesentlich zu beeinflussen. Wichtig ist fachübergreifende Expertise, die es erlaubt, Projekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung zu begleiten. So kann ein möglichst großer positiver Einfluss hinsichtlich Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdruck erzielt werden. Mit Hintergründen aus Tragwerksplanung und Nachhaltigkeitsberatung wird das Potenzial dieses integrierten Ansatzes aufgezeigt.

Müller, S.; Scheibstock, P. (2021) CO2-Reduktion in der gebauten Umwelt – Von der Formulierung strategischer Leitlinien bis zur Planung und Umsetzung. Bautechnik 98, H. 11, S. 887–895. https://doi.org/10.1002/bate.202100083

Lebenszyklusphasen nach DIN EN 15978
Quelle: Buro Happold

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