Nutzdächer als Klimaretter

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Wer seine Dachfläche begrünt, sorgt nicht nur für Verschönerung, sondern trägt auch zum Klimaschutz bei. Die Möglichkeiten sind vielfältig, sie reichen von der Wildblumenwiese über den Dachgarten und das hauseigene Biotop bis hin zum solaren Kleinkraftwerk.

Bild 1 Für Dachbegrünungen gibt es viele Möglichkeiten: von der Wildblumenwiese über den Garten bis zum solaren Kleinkraftwerk oder Dachbiotop – wie etwa hier auf einem Supermarkt
Quelle: Bauder

Weg vom Schutz-, hin zum Nutzdach

In einem dicht besiedelten und bebauten Land wie Deutschland ist Fläche ein rares Gut. Umso wichtiger ist es, vorhandene Flächen sinnvoll zu nutzen. Beim Stuttgarter Dachspezialisten Paul Bauder GmbH & Co. KG hat man die Zeichen der Zeit längst erkannt und will vor allem die Nutzung von Flachdächern von Gewerbe- und Verwaltungsgebäuden sowie von Wohnanlagen und Sporteinrichtungen vorantreiben. Ob intensiv oder extensiv begrünt, vom Freiluftbereich bis hin zu Biotopen oder als Energielieferant – Flachdächer lassen sich vielfältig nutzen. Bedauerlicherweise wird hier immer noch viel verschenkt. Eine technisch hochwertige Lösung ist das Gründach: ein Stück Natur auf dem Dach, das dem Klima guttut und gut aussieht. Bauder hat auf diesem Sektor „angewandter Umwelttechnik“, also weg vom reinen Schutzdach, ein Know-how entwickelt, das Bauherren und Planern ein Höchstmaß an Sicherheit und Service bietet – mit optimal aufeinander abgestimmten, kompletten Systemaufbauten: von der Abdichtung bis hin zur Begrünung bzw. Energiegewinnung und Absturzsicherung.

Bild 2 Extensive Dachbegrünung auf einem Industrieleichtdach
Quelle: Bauder

Dachbegrünung ist gelebter Klimaschutz

Vor allem in Ballungsräumen sind die Flächen in hohem Maße versiegelt – für Siedlungs- und Verkehrsflächen liegt die Quote aktuell bei 45 %. Im Vergleich zum angenehmen Klima in Wäldern und naturbelassenen Räumen entsteht so ein aufgeheiztes Stadtklima, dem sich mit begrünten Dächern entgegenwirken lässt. Denn Gründächer entlasten die Entwässerungssysteme, heizen sich auch bei extremen Temperaturen kaum auf, binden Staub sowie Kohlenstoffdioxid und sorgen für eine bessere Luftqualität. Nicht von ungefähr beschreibt der Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) in seinem Positionspapier die Gebäudebegrünung als wesentlichen Baustein zur Klimawandelanpassung sowie zum Klimaschutz, der zum selbstverständlichen Instrument der Stadtentwicklung werden müsse.

Wildblumenwiese oder Dachgarten?

Bei der Dachbegrünung lassen sich zwei Ansätze unterscheiden. Während die naturnah angelegte extensive Dachbegrünung in der Regel auf pflegeleichte und trockenheitsangepasste Pflanzen von niedriger Höhe, die sich weitestgehend selbst erhalten und entwickeln, setzt, gleicht die intensive Dachbegrünung im Prinzip einer gestalteten Gartenanlage. Dabei werden gezielt Rasenflächen, Stauden, Gehölze und Bäume gepflanzt, außerdem können Wege, Sitzgelegenheiten oder Freiflächen zur Nutzung durch den Menschen integriert werden. Eine intensive Dachbegrünung bietet also mehr gestalterische Freiheit, erfordert aber auch mehr Pflege, hat ein höheres Gewicht, stellt aufwendigere Ansprüche an den Aufbau und benötigt eine regelmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung. Polarisiert und vereinfacht gesprochen besteht hier die Wahl zwischen einer Wildblumenwiese oder einer kultivierten Parkanlage.

Bild 3 Intensivbegrünung auf einem genutzten Flachdach
Quelle: Bauder

Das Dach als Lebensraum

Beide Ansätze haben auch den Vorteil, neue Lebensräume für auf dem Rückzug befindliche Tierarten zu schaffen und so zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und Vögel erobern sich auf grünen Dächern vor allem in den Städten neue Rückzugsorte – hier finden sie Nahrung und Schutz, so die Deutsche Wildtier Stiftung. Dies gilt ganz besonders für extensiv begrünte Dächer, auf denen Pflanzen und Tiere fast vollständig auf sich allein gestellt sind. Mit Substratschüttungen, Grobkies, Steinfeldern und aufgeschichtetem Schwemmholz lassen sich naturnahe Lebensräume für Flora und Fauna zu einem hauseigenen Biotop modellieren. Im Verbund mit insektenfreundlichen Samenmischungen bietet es beste Voraussetzungen für eine arten- und blütenreiche Pflanzengesellschaft, in der Vögel und Insekten ein breites Nahrungsangebot vorfinden.

Neue Pflichten für neue Dächer

Klimaschutz auf dem Dach lässt sich aber auch verwirklichen, indem man auf grüne Energie setzt. Was für Neubauten wohl bald unausweichlich sein wird: Photovoltaikanlagen sollen für gewerbliche Neubauten verpflichtend und Solaranlagen auf privaten Neubauten zur Regel werden. Einzelne Bundesländer sind bereits aktiv geworden und haben entsprechende Verordnungen erlassen oder auf den Weg gebracht. Für eine Beschleunigung der Energiewende und eine schnellere Unabhängigkeit von Energieimporten ist der Ausbau von Photovoltaik überaus sinnvoll.

Bild 4 Begrünung mit Photovoltaikanlage
Quelle: Bauder

Grüne Energie und grüne Pflanzen

Solaranlagen auf Hausdächern haben den zusätzlichen Charme, dass sie eine Dachbegrünung nicht ausschließen. Ganz im Gegenteil – eine begrünte Dachfläche hat sogar positive Auswirkungen auf die Effektivität einer PV-Anlage. Der Grund liegt darin, dass sich die Leistungsfähigkeit einer solchen Anlage bei hohen Betriebstemperaturen reduziert. Dadurch, dass Gründächer im Vergleich zu mit Kies, Ziegeln oder Metall gedeckten Dächern weniger reflektieren, halten sie die Temperatur niedriger. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) geht deshalb davon aus, dass sich die Leistungsfähigkeit einer Photovoltaikanlage auf einem begrünten Dach im Sommer um bis zu 20 % erhöht. Die Aussage von Tim Bauder, dass Dächer im Idealfall zur Begrünung und zur Energiegewinnung genutzt werden sollten, hat also auch in wirtschaftlicher Hinsicht etwas für sich.

Bild 5 Geballte grüne Energie auf einem Industriegebäude
Quelle: Bauder

www.bauder.de

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