Nachhaltigkeitsanforderungen in Wettbewerben und Ausschreibungen

In den frühen Leistungsphasen nach HOAI stehen viele Baudetails noch nicht fest. Dennoch begegnen Planer:innen, Ingenieur:innen und Architekt:innen zunehmend schon in den frühen Leistungsphasen oder bei Wettbewerben und Ausschreibungen explizite Nachhaltigkeitsforderungen oder -vorgaben. Dies steht oft in Konflikt miteinander, da für letztere eine detaillierte Planung erforderlich sein kann. Die Frage ist: Wie können wir damit umgehen?

Bei ABE (Aachen Building Experts e. V.) gab es genau zu dieser Frage Anfang April einen Austausch mit Nachhaltigkeitsexpert:innen aus Mitgliedsunternehmen. Die Online-Veranstaltung stand unter dem Thema Konstruktionsbedingte CO2-Emissionen & Ressourcenverbrauch: Wie können wir entsprechenden Forderungen in Wettbewerben & Ausschreibungen begegnen?

Dazu diskutierten die Teilnehmer:innen zunächst konkrete Forderungen aus Bauausschreibungen, Wettbewerbsausschreibungen und Verträgen mit Generalunternehmen und TGA-Planung. Es zeigt sich: Die Bedeutung der Nachhaltigkeitsthemen in den frühen Phasen wächst. Entsprechende Angaben und Aussagen werden von Auftraggeber:innen zunehmend eingefordert. Oft machen sie sogar explizite Vorgaben, welche Werte einzuhalten sind, etwa nach dem Motto „Firma XY wünscht sich 320 kg CO2/m² BGF“ oder auch „Der Auftraggeber strebt eine DGNB-Zertifizierung im Standard Gold an“.

Die Teilnehmer:innen waren sich einig: Um solche Vorgaben beantworten und erfüllen zu können, hilft es, wenn alle entlang der Wertschöpfungskette an einem Bauprojekt beteiligten Player:innen gut miteinander kommunizieren und ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit haben. Nach einer schon erfolgten Kurzeinführung in die Grundlagen der Ökobilanzierung im Bauwesen steht beim nächsten Treffen das Thema Ökobilanz vertiefend auf der Agenda.

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