Nachhaltigkeitszertifizierungen

Studie zeigt Rolle und Einordnung des DGNB-Systems im europäischen Kontext im Vergleich


Die Grafik zeigt, wie die verglichenen Systeme in den jeweiligen Transformationsfeldern in der Analyse eingestuft werden. Als zukunftssicher gelten Systeme im entsprechenden Transformationsfeld, wenn mehr als 6 Punkte in der Analyse erreicht werden. Beide betrachteten DGNB Systeme gelten nach dieser Definition in allen Transformationsfeldern als zukunftssicher., Quelle: Buro Happold
Die Grafik zeigt, wie die verglichenen Systeme in den jeweiligen Transformationsfeldern in der Analyse eingestuft werden. Als zukunftssicher gelten Systeme im entsprechenden Transformationsfeld, wenn mehr als 6 Punkte in der Analyse erreicht werden. Beide betrachteten DGNB Systeme gelten nach dieser Definition in allen Transformationsfeldern als zukunftssicher., Quelle: Buro Happold

Nachhaltige Gebäudezertifizierungen gewinnen in Europa zunehmend an Bedeutung, da sie Orientierung für Planung, Bau und Betrieb bieten und gleichzeitig als Qualitätsnachweis für Investoren und Nutzer dienen. Systeme wie DGNB, BREEAM und LEED entwickeln sich dabei von reinen Bewertungsinstrumenten hin zu strategischen Tools, die aktiv zur Transformation des Bausektors beitragen.

Im Vergleich zeigt sich, dass das DGNB-System besonders stark auf einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz ausgerichtet ist. Im Mittelpunkt steht die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – von der Planung über die Nutzung bis hin zum Rückbau. Aspekte wie Lebenszykluskosten und ökologische Auswirkungen werden dabei systematisch integriert und bilden eine wichtige Grundlage für fundierte Entscheidungen in der Projektentwicklung.

Ein prägendes Merkmal ist die vergleichsweise konsequente Einbindung von Lebenszyklusanalysen und die transparente Bewertung von Emissionen. Während andere Systeme diese Themen zunehmend stärker berücksichtigen, sind sie hier bereits fest verankert. Dadurch entsteht ein klarer Fokus auf die langfristige Umweltwirkung von Gebäuden und nicht nur auf einzelne Projektphasen.

Auch im Umgang mit Ressourcen und Kreislaufwirtschaft setzt das System Akzente. Der Ansatz geht über die Materialauswahl hinaus und bezieht die spätere Umnutzung und Wiederverwertung von Bauteilen mit ein. Instrumente wie eine strukturierte Dokumentation von Materialien oder Anforderungen an Rückbaukonzepte unterstützen diese Perspektive und fördern eine langfristig angelegte Nutzung von Ressourcen.

Gleichzeitig spielen Themen wie Klimaanpassung und Zukunftsfähigkeit eine wichtige Rolle. Gebäude sollen nicht nur aktuellen Anforderungen entsprechen, sondern auch auf zukünftige klimatische Veränderungen vorbereitet sein. Entsprechend werden Risikoanalysen und geeignete Maßnahmen bereits in frühen Projektphasen berücksichtigt.

Neben ökologischen Fragestellungen werden auch wirtschaftliche und nutzerbezogene Qualitäten systematisch bewertet. Dazu gehören unter anderem Aspekte wie Komfort, Gesundheit oder funktionale Qualität von Gebäuden. Diese breite Perspektive trägt dazu bei, dass Nachhaltigkeit nicht isoliert betrachtet wird, sondern im Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die enge Orientierung an europäischen Rahmenbedingungen. Die Integration regulatorischer Anforderungen, insbesondere im Kontext der EU-Taxonomie, erleichtert die Verbindung zwischen Zertifizierung und gesetzlichen Vorgaben und macht das System anschlussfähig für Investitions- und Reportingprozesse.

Insgesamt wird deutlich, dass DGNB im europäischen Vergleich eine eher integrative und langfristig ausgerichtete Herangehensweise verfolgt. Durch die Verbindung von Lebenszyklusdenken, Ressourceneffizienz und regulatorischer Einbettung bietet das System einen strukturierten Rahmen, um nachhaltiges Bauen systematisch umzusetzen.

Driving the green transformation in Europe

How DGNB, BREEAM and LEED Building Certifications respond to the pressing questions of the building sector

Buro Happold 2026

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